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1976 – das Erscheinungsjahr der ersten Punk-Singles
»Anarchy in the UK« oder »Boredom«? »Bored Teenagers« oder »I Wanna Be Sedated«? Genau solche Fragen stellen sich Musiker:innen, Fanzine-Schreiber:innen, Autor:innen und Journalist:innen, Punks, Ex- und Anti-Punks. Sie blicken auf 50 Jahre Punk zurück und begeben sich auf die Suche nach ihrem persönlich wichtigsten Song: Welches Lied hat mich zu Punk gebracht, welches verkörpert Punk für mich am deutlichsten?
Die Anthologie »Bored Teenagers« gibt darauf rund 200 unterschiedliche Antworten – mit einer Gemeinsamkeit: Punk ist für die Autor:innen auch nach einem halben Jahrhundert noch immer kein beliebiges Musikgenre unter vielen. Die einen schauen mit melancholischem Blick zurück auf die eigene Jugend, für die anderen ist Punk noch sehr lebendig. Die Musik ist in den versammelten Texten Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Punk funktioniert als musikalischer Aufruhr, Bruch und Antrieb. Er kommt als Hausbesetzung, DIY-Label und Fanzine-Mailorder daher, kann Theorie sein oder Praxis, Einführung in Feminismus, Anarchismus und kritische Theorie, Kunst und Anti-Kunst, tot und noch immer lebendig. Nur eines ist er nie: langweilig.
Während »Bored Teenagers« sich der globalen Punkgeschichte widmet, erschient parallel der Band »Angriff aufs Schlaraffenland«, in dem zentrale Songs der deutschsprachigen Punkgeschichte beleuchtet werden.
Bela B, Simon Reynolds, Rike van Kleef, Nikel Pallat, Tex Rubinowitz, Caroline Kraft, Yvy Pop, Veronika Kracher, Annette Simons, Tobias Levin, Christine Franz, Jim Avignon, Triebi Instabil und viele weitere schreiben über Klassiker von Sex Pistols, X-Ray Spex, The Ramones und Slime, Post-Punkiges von Wire, Au Pairs und Gang of Four, Vergessenes wie The Units, Residenz und Leather Nun, Chartiges von Green Day, The Offspring und Hole und über Zeitgenössisches von Sleaford Mods und Coach Party.
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Kathleen Hannas Band Bikini Kill verkörperte den Punkspirit der 90er wie kaum eine andere. Noch heute hallen ihre persönlichen und feministischen Texte in Hymnen wie »Rebel Girl« und »Double Dare Ya« kraftvoll nach. Aber woher kam diese transformative Stimme?
In Rebel Girl nimmt uns Hanna mit auf eine Reise von ihrer turbulenten Kindheit über die prägenden College-Jahre bis zu den ersten Bandauftritten. In diesen Jahren war es alles andere als selbstverständlich, in einer »Girlband« zu sein. Männliche Gewalt und Feindseligkeit lauerten überall, und um sich als Sängerin Gehör zu verschaffen, brauchte es unendliche Entschlossenheit – und den festen Zusammenhalt mit ihren Bandkolleginnen. Hanna dokumentiert die Anfänge der Riot-Grrrl-Bewegung, kritisiert aber auch deren Exklusivität.
In ihrer Autobiografie taucht neben Musiker*innen wie Kurt Cobain, Ian MacKaye, Kim Gordon oder Joan Jett auch Ad-Rock von den Beastie Boys auf, mit dem sie seit 20 Jahren verheiratet ist.
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