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Von ihrer Buchhandlung persönlich empfohlene Bücher zum Thema Queersein.
Wir haben 4 Buchtipps zu "Queersein" gefunden.

Roman

Die Komplexität des Menschseins Wie existieren in einem System, das ein Durchatmen beinahe unmöglich macht? Wie jeden Morgen sitzt Selah auf der Veranda und wartet in die Stille hinein. Drei Monate sind vergangen, seit Selah sich krankgemeldet hat, um zu verschwinden. Doch die gewünschte Einsamkeit wird unerwartet zur Triebfeder für Vergangenes und Verdrängtes: Aufgewachsen in bescheidenen Verhältnissen, ist Selahs Beziehung zur Mutter von Erwartungsdruck, Schweigen und Scham geprägt – sie begleiten Selah bis ins Erwachsenenalter hinein. Als die Mutter im Sterben liegt und Selah längst ein Leben mit der eigenen Familie führt, werden die noch immer klaffenden Wunden offenbar. Da sind ungewollte Erlebnisse und Entscheidungen, die wie Phantome an der Haut kleben. Eine Bringschuld, auch wenn Selah gar nicht weiß, wem gegenüber eigentlich. Und Glaubenssätze, die so tief verankert sind, dass deren Abschütteln Lebensaufgabe ist. Ein polyphoner Roman von der Suche nach der eigenen Geschichte Wie verhält man sich, wenn das ganze Universum versucht, einem die Existenz abzusprechen? Wenn man erst lernen muss, mit sich selbst umzugehen, aber auch mit allem Geschehenen, den eigenen Erinnerungen, denen man fast nicht trauen kann. Und das unter den gesellschaftlichen Bedingungen von Misogynie, Heteronormativität, Queerfeindlichkeit, von sozialem und finanziellem Druck? Luca Mael Milsch schreibt von Fragilität, die zur Stärke wird, von einer Welt voller Ambivalenzen, von der Sehnsucht nach einer selbstbestimmten Verortung in einer starren Struktur. Und darüber, was von uns übrigbleibt, wenn alles andere verschwindet.

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Roman | Von erster Liebe, ersten Krisen und echter Freundschaft | Coming-of-Age

Matti, fünfzehn Jahre alt, Sohn reicher Eltern, ist auf Klassenfahrt. Zehnte Klasse, Amrum. Wattwürmer ausgraben, rumhängen am Strand, kiffen und küssen. Während dieser Tage erlebt Matti einen psychischen Zusammenbruch. Es ist, als würde er die Welt von unten sehen. In den Dünen erscheint ihm eine Antilope. Seine Freunde, Anna, Can und die anderen, helfen ihm. Ein Jahr später sieht er die Antilope noch immer und wird von seinen Eltern zur Therapeutin geschickt. Als er in der zwölften Klasse ist, kommt er in die Psychiatrie. Seine Freunde befreien ihn daraus. Einige Stunden später sind sie erneut auf Amrum. Und während sie das Ende der Schulzeit erwarten, blickt Matti in eine ungewisse Zukunft, doch er weiß: Er ist nicht allein.
Die letzten Schuljahre, das erste Mal mit einem Mädchen, das erste Mal mit einem Jungen und eine Diagnose, die alles noch komplizierter macht. Stephan Lohse erzählt mit viel Empathie von psychischer Gesundheit, mit Witz und Poesie vom Jugendlichsein und Erwachsenwerden. Und davon, wie viel leichter es wird, wenn man bei alldem so gute Freunde hat wie Matti.

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Roman

In der Nacht ist die Liebe leicht Wir sind ein Dazwischen, ein Innehalten, eine verschwommene Front Morgen wieder wir: Paulina ist angehende Journalistin, mal mehr, mal weniger ambitioniert, und gerade im Horoskop-Ressort gestrandet. Isabella – Bella – ist ein It-Girl der Wiener Szene und immer auf dem Sprung zum nächsten Event. Ihre Geschichte beginnt im Café Venezia. Unter roten Schirmen verlieren sie sich in Gesprächen und ausweglos ineinander. Das Venezia bleibt ein Fixpunkt der beiden. Hier finden sie immer wieder zueinander zurück: als Paulina bei Bella einzieht und das alles gar nicht so einfach ist, als Bellas Mutter vor der Tür steht und bei den beiden unterkommen muss, als es Bella nach Berlin zieht und die Freiheit, die beide brauchen, zwischen ihnen Raum einnimmt. Wo höre ich auf, wo beginnst du? Die Beziehung zwischen den beiden bleibt ein sanftes Auf und Ab, ohne dass Regeln aufgestellt und Grenzen abgesteckt werden müssen. Wer muss Liebe definieren, wenn man sie fühlt? Wenn adrenalingetränkte Küsse in durchzechten Partynächten den Puls höherschlagen lassen. Wenn der Ausflug zur Familie am Land zu zweit nur noch halb so schlimm ist. Wenn sich das Nebeneinander-in-der-Adria-Treiben im Italienurlaub wie Schweben anfühlt. Doch Paulinas und Bellas Dynamiken sind noch neu, flüchtig; kleine Risse werden zu Gräben und in Paulinas Kopf spukt die Frage: Wenn alles zu Bruch geht, kann ich uns rechtzeitig vor den Scherben in Sicherheit bringen? Mit pointierter Klarheit schreibt Katharina J. Ferner über Nähe, Distanz und alles dazwischen Wie sehr kann man sich in einer anderen Person verorten, ohne sich selbst zu verlieren? Zart beobachtend und sprachlich präzise erkundet Katharina J. Ferner das Spannungsfeld zwischen Beziehung, Freiheit und Kontrolle. Selbstverständlichkeiten in Paulinas und Bellas Realität werden bis zum Tagesanbruch ausverhandelt, Intensität und Flüchtigkeit duellieren sich, bringen sich beinahe aus dem Takt, bis alles andere verstummt. Ein Roman, über die Notwendigkeit, so zu lieben und zu begehren, wie man es möchte. „Jeder Satz eine Liebeserklärung an das Leben.“ Andrea Grill

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Queeres Leben in Deutschland nach dem Faschismus

In ihrem preisgekrönten Buch entwickelt Jennifer V. Evans eine queere Zeitgeschichtsschreibung, die über vorgefertigte Konzepte und Narrative von Identität hinausgeht. Sie zeichnet die spannungsgeladenen und produktiven Wege nach, mit denen sich die Deutschen nach 1945 in sozialen Bewegungen, in der Kunst und im Alltag mit Fragen der ethnischen Zugehörigkeit, der Geschlechtervielfalt und der Sexualität auseinandergesetzt haben. Durch kreative Formen der »Verwandtschaft« gestalteten queere und transgeschlechtliche Menschen neue Möglichkeiten der rechtlichen Zugehörigkeit, der Liebe und des familiären Lebens im Nachkriegsdeutschland, die etablierte Vorstellungen über die liberale Demokratie, den Gesellschaftsvertrag und den Platz der Identität im Recht in Frage stellten.



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