Nach dem Kinobesuch mit ihrer besten Freundin setzt sich eine Frau in ihr Auto und fährt heim – bis eine Umleitung sie von ihrem Weg abbringt. Sie verpasst Ausfahrt um Ausfahrt, entfernt sich immer weiter von ihrem Zuhause, wo ihr Mann auf sie wartet. Nach einer ganzen Nacht und dem folgenden Tag wird klar: Vielleicht wäre es besser, wenn sie nie wieder zu ihm zurückkehren würde. Denn so unheimlich die Finsternis der Landstraßen und Tankstellen auch ist, die wahre Gefahr lauert dort auf sie.
Frustriert von den Mühlen der Bürokratie, trifft Franz Fiala eine »Lebensentscheidung« und wirft seinen Job bei der Europäischen Kommission hin. Als er seine Mutter zum 89. Geburtstag in Wien besucht, verschweigt er ihr jedoch seinen vorgezogenen Ruhestand. Und auch das Gespräch mit Nathalie, mit der er seit vier Jahren in Brüssel eine Beziehung führt, über die gemeinsame Zukunft misslingt. Dann treten wiederkehrende Schmerzen auf, die sich nicht länger ignorieren lassen. Der Befund: Krebs, unrealistisch, dass er noch ein Jahr lebt. Und mit einem Mal geht es allein darum, seine Mutter darüber zu täuschen, ihr den Schmerz zu ersparen, ihren Sohn sterben zu sehen:
»Überleben konnte für ihn nur heißen, seine Mutter zu überleben. Vor ihr, bis zu ihrem Tod, seine Krankheit zu verheimlichen. Es ging jetzt um einen Überlebenswettkampf. Das war jetzt die Lebensentscheidung.«
Kann man über sein Leben entscheiden? Nicht über das Ende, sondern mit Willenskraft über das Weiterleben, länger, als erwartbar wäre? Mit existentieller Wucht und dennoch leichtfüßig erzählt Robert Menasse in Die Lebensentscheidung von einem Wettlauf mit dem Tod. Leben und Sterben, Liebe und Familie, darum geht es in dieser raffiniert-kunstfertigen Novelle.
Ein kurzer, unterhaltsamer Roman über die Unbeherrschbarkeit des Begehrens, unsere kleinen und großen Lebenslügen und die Tücken der Liebe
Es ist ein kalter Januarmorgen, an dem Birdie Keller die Nachricht erhält, auf die sie 18 Jahre gewartet hat. Der Mann, der ihre Schwester ermordet hat, wird aus dem Gefängnis entlassen. Mit einem Plan – und einer Waffe – verlässt Birdie ihr Zuhause und ihre Familie, um den Mann zu suchen, der für sie alles andere als ein Fremder ist. Von London über Cornwall folgt sie ihm bis zurück in ihre Heimat Devon – jene Landschaft, in der Erinnerungen Gewissheiten einstürzen lassen und die Vergangenheit die Gegenwart niemals loslässt.
Schweden, um 1900: Die Magd Helga erwartet ein Kind. Die junge Häuslerin hat auf einem Hof im Värmland gearbeitet, der Bauer Per will aber nicht für den Unterhalt des Neugeborenen aufkommen, bestreitet die Vaterschaft. Vor Gericht ist er sogar bereit, dies zu beeiden. Die junge Frau ist entsetzt. Will Per sein Seelenheil aufs Spiel setzen? Sie zieht die Klage zurück, ihre Arbeit hat sie schon verloren, als Mutter eines unehelichen Kindes ist sie in der dörflichen Gemeinschaft nun stigmatisiert.
Der zuständige Richter ist aber von ihrer Nächstenliebe und charakterlichen Stärke beeindruckt. Und auf dem Heimweg nimmt sie der umschwärmte Gudmund auf seinem Pferdewagen mit, bietet ihr eine Stelle als Pflegerin seiner Mutter an, verlobt ist er mit Hildur, der Tochter des reichsten Bauers weit und breit …
Die Liebesgeschichte der großen schwedischen Autorin und Nobelpreisträgerin Selma Lagerlöf ist vor über hundert Jahren in der Insel-Bücherei erschienen und wird nun erstmals in einer neuen und zeitgemäßen Übersetzung von Hanna Granz und illustriert von Ulrike Möltgen angeboten.
Mit Anklängen an Franz Kafka und Han Kang destilliert Hiroko Oyamada das tiefe Unbehagen einer Welt, in der die Unternehmen kaum wahrnehmbar immer mehr die Kontrolle über unser Leben ausüben.
Die Fabrik ist ein schier unüberschaubar großes Industriegelände in einer namenlosen japanischen Stadt. Die Angestellten widmen sich den ihnen zugewiesenen Aufgaben, den höheren Zweck kennen sie nicht. Drei junge Menschen finden hier Arbeit: eine Frau, die einen Papierschredder bedient, ein Mann, der nicht näher spezifizierte Dokumente Korrektur liest, ein dritter, der das Moos studiert, das auf dem weitläufigen Gelände wächst.
Während sie gewissenhaft ihrer Arbeit nachgehen, nehmen die Tage eine seltsame Logik und Dynamik an. Die Fabrik scheint sich immer mehr auszudehnen, die Ränder der Realität nach und nach aufzulösen. Wo endet die Fabrik, wo beginnt der Rest der Welt? Was i
Ähnliche Bücher wie Die Fabrik
Der Versicherungsmathematiker Julian ist zu einer Tagung nach Italien eingeladen. Statt sich auf seinen Vortrag vorzubereiten, geht er im nahen See schwimmen, ertrinkt dabei beinahe und fasst darauf den Plan, nach einem fingierten Unfalltod ein ganz anderes Leben anzugehen. Doch der Neubeginn gestaltet sich unerwartet schwierig: Ereignisse aus seiner Vergangenheit begegnen Julian wieder – ist vielleicht alles nur ein Traum?
Daniel Kehlmann erzählt die Geschichte eines Fluchtversuchs und verknüpft die Frage, ob man ein gänzlich anderer werden kann, mit einer bis zur letzten Seite anhaltenden Spannung.
Am Hafen von Le Havre wird ein Mann tot aufgefunden. In der Jackentasche ein Kinoticket und auf dessen Rückseite ihre Telefonnummer. Sie erhält einen Anruf des ermittelnden Polizisten. Nur: Was soll sie – Synchronsprecherin in Paris, Mutter und Ehefrau – mit diesem ermordeten Mann in der 200 Kilometer entfernten Stadt zu tun haben?
Sie reist sofort nach Le Havre. Verlangt, die Leiche zu sehen. Angelangt in der Stadt ihrer Kindheit, begegnet sie unwillkürlich den Bildern ihrer Vergangenheit. Der Hafenkai, das Lichtspielhaus, jeder Ort trägt Spuren vergessener Episoden. Und immer mehr drängt sich ihr die Erinnerung an ihre erste verlorene Liebe auf. Was, wenn der Tote diese Jugendliebe ist, die damals von heute auf morgen wie vom Erdboden verschwunden war?
Ein mysteriöser Tod, eine Spurensuche an den Orten der Jugend und eine Hafenstadt, in der Vergangenheit und Gegenwart miteinander verschwimmen. In ihrem literarischen psychologischen Thriller Brandung verwandelt Maylis de Kerangal einen Kriminalfall in einen Schauplatz innerlichen Aufruhrs und biografischer Erkundungen.
Das erste Mal hat Yrsa nicht die Absicht zu töten. Aber der Cambridge-Professor, der ihr gegenübersitzt, hat die Forschungsergebnisse ihrer Freundin gestohlen. Als sie die Biene in seine Sanpellegrino-Flasche schnippt, denkt sie, dass er einen schmerzhaften Stich abbekommen wird. Dann ist er tot. Und Yrsa, die – seien wir ehrlich – schon seit einiger Zeit gelangweilt ist, fühlt sich endlich wieder lebendig.
Der aufregende Debütroman von Imani Thompson verbindet Campus-Roman mit Thriller-Elementen und Humor. Eine unterhaltsame und wunderbar ins Absurde getriebene Geschichte über feministische Wut, Ungerechtigkeit, Begierde und Rache. Und über das Schwarzsein in einer sehr, sehr weißen Welt.
«Umwerfend – in jeder Hinsicht. Düster, spannend und unbestreitbar heiß, wird dieser Roman Ihnen den Atem rauben.» Glamour
Dieses Buch gibt es in zwei Versionen: mit und ohne Farbschnitt. Sobald die Farbschnitt-Ausgabe ausverkauft ist, liefern wir die Ausgabe ohne Farbschnitt aus.
Ein Jahr nach den albtraumhaften Ereignissen in Bremen hofft die Gynäkologin Dr. Eva Mares auf Ruhe. Doch der Neuanfang auf dem Land steht unter keinem guten Stern: Ihre Tochter zieht sich zurück, das Geld wird knapp, die Ehe ist angespannt. Dann stehen eines Nachts ein fremder Mann und seine hochschwangere Tochter Nina vor Evas Tür, es geht ihr nicht gut. Eva untersucht die Schwangere und kann Entwarnung geben, doch Nina hinterlässt ihr eine Botschaft auf dem Spiegel im Gästebad, in der sie um Hilfe bittet. Am nächsten Tag sind die beiden verschwunden. Während die Polizei einen alten Vermisstenfall untersucht, folgt Eva einer eigenen Spur und gerät in ein Netz aus Angst, Gewalt und Lügen ...