Ein Mann telefoniert mit seiner Vergangenheit
Vidars Leben ist aus den Fugen geraten. Nach einem gewalttätigen Vorfall in der Schule wird er vom Lehrdienst suspendiert. Als er zu Hause zufällig die Telefonnummer des alten Sommerhauses der Familie findet, wählt Vidar aus einer Laune heraus die Nummer. Es meldet sich sein Vater, der längst tot ist. Bald versteht Vidar: Am anderen Ende der Leitung ist immer der 17. Juni 1986, ein Tag aus seiner Kindheit. Es öffnet sich eine Falltür in die Vergangenheit. Anruf für Anruf versucht Vidar, jeden Schritt seiner Familie an diesem Tag nachzuvollziehen. Er überschreitet eine Grenze nach der anderen. Und während sich der Tag seiner Kindheit langsam auflöst, zieht sich die Schlinge in der Gegenwart immer enger zu.
«Selbst der Himmel über den Gebäuden schien ihr ein ganz anderer zu sein als in Krakau. Der Geruch war anders – eine Art von Parfüm? Die Abgase schienen andere Abgase zu sein.»
Die junge Psychologin Wanda ist nach Venedig gereist, um den seit Langem dort im Exil lebenden Wissenschaftler Mrugalski zu seiner Forschung zu befragen. Oder geht es mehr noch um sein Leben? Zwischen ihnen, scheint es, steht ein Verdacht. Beide spielen nicht mit offenen Karten, und doch verbindet sie eine womöglich schicksalhafte Beziehung, die über das, was sie heute sind, hinausweist.
Mit seinem neuen Roman kehrt Matthias Nawrat zurück zum großen zeitgeschichtlichen Erzählen. Das glückliche Schicksal folgt zwei Generationen auf ihrem Weg durch die Systeme, führt tief hinein in die jüngere europäische Geschichte und zu den Fragen, vor die das Menschsein uns ste
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Zwei Fremde. Eine Reise ohne Wiederkehr.
Stephanie und Jasmine haben nichts und doch alles gemeinsam. Die beiden Frauen kennen einander nicht, aber befinden sich im selben Flugzeug – die erfolgreiche Stephanie auf einer Geschäftsreise und die mittellose Jasmine auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Freund. Dann verschwinden sie spurlos. Einige Tage später schreiben sie ihren Freunden die exakt gleiche SMS über denselben Mann. Und plötzlich werden ihre Nachrichten immer verstörender ...
Eine große literarische Wiederentdeckung
Die kalten Nächte der Kindheit erzählt vom Heranwachsen einer Frau, von ihrem Begehren, ihren Träumen, ihrer Widerständigkeit. Und wirkt darin heute so aktuell wie damals.
»1949. In einer Provinzstadt in Anatolien mit 4000 Einwohnern lerne ich die Welt sehen. Bin 6 Jahre alt. … Ich empfinde die maßlose Größe der Welt und weiß, dass ich fort und weit weg gehen werde.« So schreibt Tezer Özlü 1981 an den Deutschen Akademischen Austauschdienst über das prägende Gefühl ihrer Kindheit.
Erwachsen geworden, wird sie nach Berlin, Paris und Zürich reisen, fort und weit weg von der Türkei und den »Menschen in Uniform«, dem lauernden Wahnsinn. Sie tauscht die heimischen Obstgärten und Klassenzimmer der Nonnenschule ein gegen die Straßen und Cafés europäischer Hauptstädte – und gegen das Schreiben. Um eine Welt zu erfinden, die ihr entspricht. Indes wird sie über Jahre in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen. Doch selbst das kann ihren Willen nicht brechen.
Ein raffinierter Psychothriller über Klassismus und eine toxische Freundschaftsbeziehung
Edward lebt in einer Welt, die er sich nicht leisten kann und zu der er nicht gehört. Um sich beliebt zu machen, kümmert er sich um die Bedürfnisse seiner beiden reichen Freunde aus der Upper Class: Er holt ihre Wäsche aus der Reinigung, putzt und kocht für sie. Er tut alles, um seine absolut schrecklichen »besten Freunde«, Robert und Stanza, bei Laune zu halten, aber auch um seine »niedere Herkunft« und seine Gewaltgeschichte vergessen zu machen. Edward will einfach dazugehören.
Allerdings ist Edward seit ihrer gemeinsamen Zeit in Cambridge heimlich in Stanza verliebt. Die erschütternde Entdeckung, dass sie und Robert ein Paar sind und er dann auch noch deren Hochzeit organisieren soll, erregt seinen glühenden Zorn. Seine kleinen Nettigkeiten nehmen eine unheimliche Wendung. Auf dem schicken Landsitz von Stanzas Familie, dem Kellerby House, eskaliert die Situation …
London, 1898: Eine geheimnisvolle junge Frau ist strahlender Mittelpunkt auf den Bällen der Saison. Die High Society erliegt ihrer Schönheit, ihrem Charme und Witz. Niemand ahnt, wer sich hinter dem makellosen Lächeln verbirgt. Quinn Le Blanc, ist Meisterin der Verkleidung und in der Halbwelt als »Queen von Mayfair« bekannt. Ihr Ziel: sich den begehrtesten Junggesellen Londons, den Duke of Kendal, angeln – samt seinem stattlichen Vermögen. Ihr Plan ist kühn, das Spiel riskant. Und sie hat nur fünf Tage Zeit. Quinn gleitet zwischen funkelnden Kronleuchtern, knisternder Seide und geflüsterten Intrigen durch die feine Gesellschaft. Doch immer mehr verstrickt sie sich in ein kompliziertes Netz aus Liebe, Lügen und Loyalität, denn sie ist nicht die Einzige, die mit falschen Karten spielt …
Ein charmanter Gesellschaftsroman voller Spannung, Eleganz und Witz – mit einer Heldin, die man nicht mehr vergessen wird. Für alle, die das Spiel lieben.
Zwei Brüder, Frankie und Freddie Lehmann. Eine verlorene Tasche. Schnee. Und das Hin und Her der Himmelsmacht.
Frankie und Freddie Lehmann, zwei Brüder aus Bremen in Westberlin im Jahr 1980. Während der eine seit Wochen damit beschäftigt ist, in Kreuzberg Fuß zu fassen, will der andere weiterziehen nach New York, musste aber erst einmal am Kudamm im Probandenhotel wohnen und als Versuchskaninchen für Antidepressiva herhalten. Jetzt, einen Tag vor Heiligabend, hat er Angst vor Menschen, kann nicht mehr U-Bahn fahren und verliert eine wichtige Tasche.
Sven Regener schickt die beiden auf eine Odyssee durch eine Stadt zwischen den Welten, einen Ort von Spaß und Kälte, Trotz und Anarchie, Resignation und Überlebenswillen. Ein Roman über Brüder, Aufbrüche und plötzliche Liebe – klug, poetisch, warmherzig und sehr sehr lustig.
Ein Vater, ein Sohn und ein Land, das es nicht mehr gibt
Sie sehen sich nur einmal im Jahr, und jedes Mal geraten sie in Streit. Der Vater, der als junger Mann nach Deutschland kam, hier eine Familie gründete, in der Gastwirtschaft arbeitete und das Land dreißig Jahre später wieder Richtung Kroatien verließ. Und der Sohn, der in Berlin lebt, Schriftsteller geworden ist und im Gästehaus seines Vaters an der Adriaküste Urlaub macht. Im Streit befreien sie sich von den Dingen, die zwischen ihnen stehen. Und sie entdecken in scheinbar kleinen Momenten eine unerwartete Nähe: wenn sie, begleitet vom Jugo, dem warmen Südwind, mit dem Boot zur Insel vor der Bucht fahren, Tennis auf dem Platz eines verfallenen Hotels spielen oder den kleinen Acker der Familie in Bosnien besuchen. Nach und nach legen sie alte, zugewachsene Wege frei – zueinander und zu ihrer gemeinsamen Geschichte.
Jugo ist ein berührendes Vater-Sohn-Porträt. Eine Liebeserklärung an den gleichzeitig nahen und fernen Vater, dessen Rückkehr in die alte Heimat schwieriger war als seine Ankunft in einem fremden Land. Einfühlsam erkundet Ilija Matusko die Vergangenheit, die eigene und die gemeinsame, erzählt von Familie und den Konflikten im zerfallenen Jugoslawien. Und er spürt einem Gefühl nach, das Vater und Sohn verbindet: nie ganz angekommen zu sein.
Ein herzzerreißendes, erbauendes Buch über die transformative Kraft der Liebe
Rothko Taylor ist wieder angeschwemmt worden, in Edgecliff, der rauen Kleinstadt an der Küste. Vor zwanzig Jahren hatte Rothko sie verlassen. Und auf einmal nähert sich die Vergangenheit in rasender Geschwindigkeit: die Kids auf den Skateboards genau wie früher, die gesplitterten Bänke mit Blick raus aufs Meer, wo Mum mit den Dosen im Klammergriff saß. Der eine nette Ort der Stadt, an dem der Vater nichtsdestotrotz gescheitert ist bei dem Versuch, ein glückliches Zuhause zu errichten. Und dann der Häuserblock von Dionne. Die schöne, außergewöhnliche Dionne, der einzige Mensch, der Rothko jemals wirklich angeschaut und gesehen hat, was da war. Damals war dey überwältigt, von der schieren Angst, sank unter die Oberfläche ins Chaos. Doch dey hat es lebendig wieder rausgeschafft. Und dieses Mal ist Rothko felsenfest entschlossen, dass es anders laufen wird.
In Ein Leben lang gesucht erzählt Kae Tempest sprachgewaltig und unnachahmlich von Familie und Vergebung, Erlösung und Sühne, Sehnsucht und Hingabe. Von den Dingen, die wir suchen, wenn wir uns verstecken, und von dem, was uns findet, wenn wir uns sehen lassen.
Das erste Mal hat Yrsa nicht die Absicht zu töten. Aber der Cambridge-Professor, der ihr gegenübersitzt, hat die Forschungsergebnisse ihrer Freundin gestohlen. Als sie die Biene in seine Sanpellegrino-Flasche schnippt, denkt sie, dass er einen schmerzhaften Stich abbekommen wird. Dann ist er tot. Und Yrsa, die – seien wir ehrlich – schon seit einiger Zeit gelangweilt ist, fühlt sich endlich wieder lebendig.
Der aufregende Debütroman von Imani Thompson verbindet Campus-Roman mit Thriller-Elementen und Humor. Eine unterhaltsame und wunderbar ins Absurde getriebene Geschichte über feministische Wut, Ungerechtigkeit, Begierde und Rache. Und über das Schwarzsein in einer sehr, sehr weißen Welt.
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