Auf dem düsteren Grund der Deutschen Bucht liegt ein Schiffswrack, an die Brüstung ist mit Handschellen ein Taucher gekettet. Das Schiff gilt seit 70 Jahren als verschollen, der Taucher ist erst vor Kurzem verschwunden. Vor ihm, knapp außerhalb seiner Reichweite, hängen die Schlüssel seiner Ketten. Er hatte sie im Blick, als er ertrank.
Es ist die Besatzung des niederländischen Bergungsschiffs Freyja, die den Taucher findet. Die Polizei Cuxhaven setzt einen besonderen Ermittler ein: Liewe Cupido, genannt «der Holländer» – ein wortkarger Kommissar, ruppig und rau, mit brillantem Instinkt.
Seine Ermittlung führt ihn von einem Tauchklub auf Terschelling über einen Wohnungseinbruch auf Föhr zu einem Familiendrama in Wilhelmshaven. Und je tiefer er gräbt, desto mehr wird er selbst in den Fall verwickelt. Denn er kennt das Boot, das den Taucher gefunden hat, ganz genau. Er s
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Das Haus am Grimaldi Square 4 sah nicht so aus, als würde es eine Überraschung bereithalten. Es war eines von mehreren Backsteinhäusern, die drei Seiten eines viktorianischen Platzes einnahmen, der schon bessere Tage gesehen hatte …
Lange haben die Polizistin Stevie und die Rettungssanitäterin Amber nach einem kleinen Haus in London gesucht. Nun glaubt das glücklich verheiratete Paar das perfekte Haus am Grimaldi Square gefunden zu haben. Und trotz des heruntergekommenen Pubs gegenüber, des verwilderten Gartens und einer ausgesprochen neugierigen Nachbarin ist die Nummer 4 das Haus ihrer Träume.
Doch dann kommt alles ganz anders als geplant. Als Stevie sich nach Dienstschluss mit Amber in dem leergeräumten Haus treffen will, um dort auf ihr neues Heim anzustoßen, erscheint diese nicht und ist auch sonst nicht zu erreichen. Und als Stevie beunruhigt allein durch das Haus geht, sieht sie sich in einem der Zimmer im ersten Stock plötzlich einer alten Dame gegenüber, die auf einem roten Sofa sitzt. Neben sich einen großen Koffer. Es ist Dorothy – die achtzigjährige Vorbesitzerin des Hauses, die ihr unumwunden erklärt, sie habe nicht vor auszuziehen. Dorothy will bleiben. Doch das ist nicht die einzige Überraschung, die auf Stevie und Amber wartet …
Der Nachricht von der Sichtung eines äußerst seltenen Blauwangenspints folgend, reist die Hobby-Ornithologin und Journalistin Eva aus der Stadt auf die Insel. Dort trifft sie auf Holly: Die berühmte ehemalige Schauspielerin lebt hier allein und hat den Vogel erstmals beobachtet. Holly redet pausenlos, auch über die intimsten Themen, isst mit den Händen und zeigt beim Lachen schamlos ihr Zäpfchen. Eva kommt kaum zu Wort. Sie spricht ohnehin wenig und selten aus, was sie denkt. Die schöne, irgendwie obszöne Holly mit ihren Männergeschichten und dem unendlichen Selbstbewusstsein weckt in Eva Begehren, Eifersucht, Ekel, Bewunderung, Hass. In nur sieben Tagen auf der grünen Insel, sieben Tagen mit Holly, geht in Eva eine unheimliche Veränderung vor. Sie hat die Reise angetreten, weil sie einen Vogel suchte. Gefunden hat sie so viel mehr. Doch zu welchem Preis?
Flüchtige Begegnungen in fremden Häfen, eine enge Kabine und das Meer – mehr braucht sie nicht, um glücklich zu sein. Bis sie eines Tages Samsa begegnet, einer Geologin, die ihr den Spitznamen Boulder gibt und für die sie ihr Leben auf See hinter sich lässt. Gemeinsam ziehen sie nach Reykjavík, in ein kleines gelbes Haus am Rand der Stadt. Doch als Samsa nach zehn Jahren beschließt, ein Kind zu bekommen, gerät das fragile Gleichgewicht der Beziehung ins Wanken. Boulder zweifelt und willigt trotzdem ein, aus Angst, Samsa zu verlieren – und schon bald findet sie sich in einem Leben wieder, das sich völlig fremd anfühlt. Auch Samsa ist wie verwandelt. Und Boulder steht vor einer schwierigen Entscheidung: Was ist ihr wichtiger – Liebe oder Freiheit?
Mit poetischer Wucht und Schärfe erzählt Eva Baltasar von Begehren, Abhängigkeit und der Zumutung familiärer Nähe. Schonungslos legt sie die inneren Widersprüche ihrer Protagonistin frei und zeichnet das Porträt einer Einzelgängerin, die ihre Freiheit über alles stellt und sich gleichzeitig nach Zugehörigkeit sehnt. Ein intensiver und sinnlicher Roman, mit dem Baltasar sich als eine der herausragenden Stimmen der zeitgenössischen europäischen Literatur etabliert hat.
Das berührende Porträt einer verschlossenen Sprachwissenschaftlerin aus Reykjavík, die ihre akademische Laufbahn an den Nagel hängt und aufs Land zieht. Von der Dorfgemeinschaft aus der Reserve gelockt, beginnt sie ein neues, ein ganz anderes Leben.
Alba ist Dozentin an der Universität von Reykjavík, als Expertin für aussterbende Sprachen fliegt sie von einer Konferenz zur nächsten. Wie viele Bäume muss ich pflanzen, fragt sie sich, um meinen CO2-Fußabdruck zu kompensieren? Wenig später erwirbt sie außerhalb von Reykjavík ein altes Haus mit einem Stück Land. Ihr Leben in der Hauptstadt interessiert sie immer weniger, es ist Zeit, sich neu zu erfinden. Immer mehr fügt sie sich in die Dorfgemeinschaft ein. Es ist, als hätte man dort nur auf sie gewartet. Chor und Theaterverein suchen neue Mitglieder und die im Dorf ansässigen Flüchtlinge brauchen eine Sprachlehrerin. Eine mütterliche Beziehung entsteht zu dem 16-jährigen Waisen Danyel, mit dessen Hilfe sie an ihrem Garten Eden baut - ihrem Zufluchtsort in einer immer chaotischer werdenden Welt.
Über Nacht verändern sich die Straßen von Wolnopol: Dünen wehen über die Promenade, künstlich anmutende Wirbelstürme reißen Schneisen durch die ukrainische Küstenstadt. Was wie ein Naturphänomen wirkt, entpuppt sich schnell als existenzielle Bedrohung. Kommen die Stürme aus Russland? Können Menschen und Stadt ihnen standhalten?
Inmitten dieses Chaos macht Maksym Karriere – als Dealer von synthetischen Drogen. Sein Großvater Bohdan, der den Gulag überstanden hat, bringt ihm Schach bei und zitiert Puschkin. Seine Mutter Nadia, Herzchirurgin des Städtischen Klinikums, traut weder Staat noch Menschen. Wie Bohdan ist sie bemüht, Maksym die Spuren der sowjetischen Diktatur nicht einzuprägen.
Doch während die Stadt im Sand zu verschwinden droht, gerät auch die Familie ins Wanken. Obwohl Maksym sein Drogenbusiness noch als Spiel versteht, steckt er schon in einer gefährlichen Spirale zwischen Macht, Abhängigkeit und Gewalt.
Ulrike Almut Sandig spannt in ihrem neuen Roman einen konsequenten sinnbildlichen Bogen über die drängenden Fragen unserer Zeit: Wie sehr brauchen wir einander im Sturm? Und wie hoch ist der Preis unserer Freiheit?