Dass Schwangerschaftsabbrüche Leben retten können, hat Sibel Schick am eigenen Leib erfahren. Und auch, gegen welche Widerstände sie ankämpfen musste, bevor der rettende Eingriff durchgeführt wurde. Körperliche Selbstbestimmung ist aber keine Privatsache: Ob und unter welchen Bedingungen wir Kinder bekommen wollen, ist hochpolitisch. Reproduktive Freiheit wird heute unter Strafe gestellt, Staaten bestimmen über den Zugang zu medizinischer Versorgung – auch in Deutschland. Berührend und kämpferisch zeigt Schick, dass echte Gerechtigkeit in einer gemeinsamen Befreiung liegt.
Gibt es Grenzen der Einfühlung in andere? Wozu verpflichtet uns die Erinnerung an die Geschichte? Gibt es Grenzen der Pflicht, im Namen der Menschenrechte zu sprechen? Oder darf nichts uns daran hindern, die anderen als Teil des universalen Wirs wahrzunehmen? Carolin Emcke stellte sich diese Fragen bereits vor dem 7. Oktober und Gaza. Aber seither sind sie noch dringlicher. Es geht letztlich um die existenzielle Frage: Was zählt ein Mensch? Seit über 20 Jahren reist Emcke nach Israel-Palästina. Zuletzt sprach sie dort mit Menschen aus Bee'ri oder Jenin, aus Tel Aviv oder Ramallah, um die toten Winkel der Empathie im hiesigen Diskurs auszuleuchten.
Sarah Bosetti ist Bestsellerautorin und eine feste Größe in der deutschen Satire-Landschaft: Im Jahr 2024 erhielt sie den Grimme-Preis sowie den Deutschen Fernsehpreis, 2025 wird ihr der Deutsche Kleinkunstpreis verliehen.
Es geht ein Rechtsruck um die Welt, überall gewinnen autoritäre Kräfte an Macht und Einfluss. Und doch laufen die ewig bemühten Analogien zur Zeit des Nationalsozialismus ins Leere: Der Faschismus der Gegenwart hat eine neue Gestalt, die nicht leicht zu erkennen und noch schwerer zu erklären ist. In Redeckers wegweisender Analyse gewinnt sein diffuses Wesen an Kontur – und wird angreifbar. Seinen Kern verortet sie in der Beschwörung eines unbedingten Besitzanspruchs, dessen Verteidigung über Leichen geht. Ein erhellendes und widerständiges Buch, das Verbundenheit gegen die um sich greifende Härte unserer Zeit stellt.
Fleisch, Geld, Muskeln – diesen drei Mythen der Männlichkeit folgt Julia Ebner in die Kämpfe unserer Gegenwart. Wann werden Männer empfänglich für Gewalt? Wie wird aus gewaltvoller Männlichkeit ein lukratives weltweites Geschäft? Und wie lässt sie sich einspannen in das politische Projekt der Extremisten? Als renommierte Radikalisierungsexpertin, als unerschrockene Rechercheurin, als brillante Analystin findet sie Antworten und zeigt, wie Männer verloren gehen. An nationalistische Active Clubs, an KI-gestützte sexualisierte Gewalt, an reichweitenstarke Gurus wie Andrew Tate, Clavicular oder Nick Fuentes und ihr Versprechen: Looksmaxxing gleich Erfolg, gleich Dominanz über die Frau, gleich globale Hegemonie der starken Männer.
Von Fitness zu Faschismus ist ein alarmierender Weckruf. Auf kluge, packende Weise bezeugt Julia Ebner, welche Gefahren ausgehen von extremer Männlichkeit. Für junge Männer, für Frauen, für unsere Gesellschaftsordnung.