Eine ungewöhnliche Liebe in Zeiten des Umbruchs
England, Mitte des 19. Jahrhunderts: Am liebsten möchte sie in den Wäldern des New Forest flanieren, doch seit Margaret Hale in eine nordenglische Metropole ziehen musste, liegt ihr altes Leben hinter dichten Fabriknebeln verborgen. Der Lärm der Stadt, die schroffen Gemüter und nicht zuletzt die Not der Arbeiter treffen sie zutiefst. Entschlossen setzt sie alles daran, den Menschen zu helfen. Der Fabrikant John Thornton wird für sie zum Inbegriff von Ausbeutung – bis eine Rebellion und ein familiäres Unglück ihre Welt aus den Angeln hebt und sie die tiefe Kluft zwischen ihnen überwinden muss.
In ihrem zeitlosen Roman macht Elizabeth Gaskell die Bedeutung klassistischer Vorurteile und das Dilemma von Empathie und Markthörigkeit verstehbar und liefert ein bewegendes Plädoyer für soziale Verbundenheit.
Eine literarische Reise durch Tschechien – Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2026
Tschechien hat weitaus mehr zu bieten als Prag und die weltberühmte Literatur, die die Metropole hervorgebracht hat. Zwölf Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus Deutschland und der Schweiz reisten für jeweils einen Monat in eine der zwölf tschechischen Regionalhauptstädte. Von Karlsbad bis Ostrava, von Liberec bis Budweis erkundeten sie Straßen und Landschaften abseits der ausgetretenen Touristenpfade und verwandelten ihre Eindrücke in Literatur. So entstanden Vampir-Stories, Coming-of-Age-Geschichten oder autofiktionale Reiseerzählungen – die einzige Vorgabe: ein Bezug zur Stadt, in der sie zu Gast waren. So laden die in Jenseits von Prag versammelten Texte dazu ein, die vielen Gesichter der Republik literarisch zu entdecken – damit das tschechische »Hinterland« kein böhmisches Dorf bleibt.
Alle Erzählungen sind neu und eigens für diesen Band entstanden.
Mirko Bonné über einen Oscar-Wilde-Doppelgänger und eine Konfrontation mit der eigenen Familiengeschichte in Zlín.
Marion Brasch über Pilsens Vergangenheit und Geister, die zum Leben erwachen.
Judith Hermann über einen wunderlichen Dichter in Brünn, der zwischen den Jahrhunderten lebt.
Peggy Mädler übers Erwachsenwerdenin Ústí nad Labem, wo nichts und alles passiert.
Clemens Meyer über die wilde Jagd auf das Messemännchen eines ukrainischen Hauptmanns in Karlsbad.
Anselm Neft über eine blutdürstige Vampirin auf ihrer Mission in Budweis und einen Schriftsteller, der ihr behilflich ist.
Ronya Othmann über zwei Frauen in Olmütz: verstohlene Blicke, flüchtige Berührungen und eine einseitige Obsession.
Inka Parei über die Spuren der Vergangenheit in der Gegenwart von Liberec.
Gregor Sander über Tausendschönchen und Stahl in Ostrava und eine Tochter, die ihrem blinden Vater zum Sehen verhilft.
Anette Selg über eine Reise nach Königgrätz, die in Trauer beginnt und mit einer Heilung endet.
Peter Stamm über ein Möglichkeitsleben in Pardubitz und die Unausweichlichkeit des Abschieds.
Anke Stelling über eine Schriftstellerin, die sich auf ein Abenteuer nach Jihlava begibt.
Ein Plädoyer für weibliche Solidarität
Abseits der Blicke der Außenwelt, draußen in der schwäbischen Provinz, führt eine patente Hebamme ein Frauenheim. Wer diskret ein Kind zur Welt bringen will, findet hier Unterschlupf. Auch die Schriftstellerin Cornelie Reimann zieht sich hierhin zurück. Nur zeigt die Fassade bald Risse, rohe Schikanen nehmen ihren Lauf – und Cornelie erkennt den hohen Preis ihres Wunsches, eine selbstbestimmte Mutter zu sein.
Das Tränenhaus wurde bei Erscheinen 1908 zum Skandal und eröffnet heute eine einzigartige Perspektive auf die Ursprünge des Umgangs mit weiblicher Selbstermächtigung.
»Dieses Grundbuch der frühen Frauenbewegung von 1896 kann man ohne Weiteres neben Fontane stellen.«
Tilman Krause über Aus guter Familie