Nach Agatha Christie und Detektiv Poirot begibt sich wieder jemand auf große Fahrt: Dennis Gastmann reist auf den Spuren des Orient-Expresses von Paris nach Istanbul: fünftausend Kilometer, siebzehn Städte und zahllose Abstecher ins Abenteuer. Das Porträt eines Kontinents im Umbruch, in Bewegung – wild, intensiv und prall.Gastmann gerät ins Blitzlicht der Pariser Modewoche, wohnt bei einer Nonna, die ihn wie den eigenen Sohn bekocht, und lernt von einer Gondoliera, die Stadt auf dem Wasser zu verstehen. Gastmann streichelt die Löwen eines Oligarchen aus den Kleinen Karpaten – und wird beinahe an die Tiger verfüttert. Er badet bei Feuer, Nebel und Laserlicht in der größten Nudelsuppe der Welt, wie die Ungarn scherzen, und begegnet in einem bulgarischen Armenviertel, mitten auf einem Berg aus Müll, einem Blumenmädchen. Gastmann erfährt Europa – mal im Schnellzug, mal in der Schlei
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Bei einer Beerdigung erfährt Geraldine Oetken zufällig, dass sie eine Urgroßtante hatte: Frieda, von der nie jemand erzählt hat. Von der niemand mehr weiß, als dass sie 1941 in einer Anstalt für Menschen mit Behinderungen gestorben ist. Aber wer war Frieda? Wer hat sie ins Heim gesteckt? Wie endete ihr Leben? Und was hat das mit uns zu tun? Geraldine Oetken macht sich daran, Frieda ihre Geschichte zurückzugeben. Ihre Spurensuche führt sie in Archive und auf Friedhöfe, ins Oldenburg der Nazis und das ihrer Jugend – und in die Untiefen der eigenen Familiengeschichte.
Die Protagonistin, eine neurotische Großstädterin, kämpft sich durch einen Alltag aus Beruf, kleinen Kindern und einem in der Regel abwesenden Mann. Immer gegenwärtig: patriarchalische Strukturen und ein männlicher Blick, den die Protagonistin internalisiert hat. Jede Woche geht sie zu ihrem Therapeuten Wolfgang G., einem »alten weißen Mann«.
»Mein Leben als Frau klingt zum einen wie ein Witz, denn was soll das sein, dieses Leben als Frau? Das ist eine ziemlich ungenaue Angabe und wirkt anachronistisch. Zugleich ist der Witz aber weiterhin ernst, weil die sogenannte Gesellschaft ihre Zweiteilung in Männer und Frauen mit großem Ernst betreibt, es ist eigentlich ihr Lieblingssport.«
Mit beißendem, zugleich mitfühlendem Humor legt Tuvia Tenenbom die Verwerfungen von Glauben und Politik offen.
Mitten im Kriegs- und Krisenjahr reist Tuvia Tenenbom dorthin, wo Geschichte, Religion und Politik auf engstem Raum aufeinandertreffen: ins biblische Kernland zwischen Jerusalem, Nablus und den jüdischen Siedlungen – auch bekannt als Westjordanland, Judäa und Samaria, besetzte Gebiete oder einfach »dieser Ort«. Er streift durch Siedlungen und Flüchtlingslager, trifft Rabbiner und Radikale, Aktivisten und Journalisten, Palästinenser und Politiker. Er sammelt Geschichten, die überraschen und verstören – und zeigt eine Welt, die älter ist als jeder Konflikt und komplexer als jedes Schlagwort.
Seine literarische Reportage ist voller verblüffender Begegnungen, scharfer Beobachtungen und surreal anmutender Episoden – provokant, respektlos und mit scharfem Blick für menschliche Widersprüche. Und mehr und mehr kristallisiert sich die alles entscheidende Frage heraus: Wie nennt ihr dieses Land hier? Wem also gehört dieses Land? Wer darf hier bleiben, wer soll gehen? Wer schreibt die Geschichte – und wer wird in ihr verschwinden?
Ob im Gespräch mit messianischen Juden, arabischen Dorfbewohnern oder amerikanischen Demonstranten: Tenenbom legt Mythen und Propaganda Schicht für Schicht frei – und enthüllt eine ebenso einfache wie beunruhigende Wahrheit: Nichts in diesem Land ist so, wie es scheint.
»Denn heute ist der Tag, an dem das Zeitalter des reinen Pop begonnen hat. Das Zeitalter des reinen Kapitalismus. Der reinen Performance. Und Performance kennt keine Beißhemmung und keine Moral. Moral hat eine Erinnerung. Das hier aber ist die reine Zukunft. Und die Zukunft kennt keine Regeln, sie kennt nur Erfolg.«
PeterLicht stellt sich den Zumutungen des täglichen Lebens, der grundsätzlichen Un-/Okayheit der Welt, den Mini-Katastrophen und Mega-Details. Er entwirft Welterklärungsmodelle und produziert ein langanhaltendes Kopfkino der Realität. Poetisch, grotesk, tiefgründig und liebevoll. Was wir ja wissen: Wo die Realität regiert, hat
das Absurde Konjunktur.
Alles ist unsicher und ungewiss, nur das eine nicht: Wir werden alle ganz schön viel ausgehalten haben müssen.