Mit beißendem, zugleich mitfühlendem Humor legt Tuvia Tenenbom die Verwerfungen von Glauben und Politik offen.
Mitten im Kriegs- und Krisenjahr reist Tuvia Tenenbom dorthin, wo Geschichte, Religion und Politik auf engstem Raum aufeinandertreffen: ins biblische Kernland zwischen Jerusalem, Nablus und den jüdischen Siedlungen – auch bekannt als Westjordanland, Judäa und Samaria, besetzte Gebiete oder einfach »dieser Ort«. Er streift durch Siedlungen und Flüchtlingslager, trifft Rabbiner und Radikale, Aktivisten und Journalisten, Palästinenser und Politiker. Er sammelt Geschichten, die überraschen und verstören – und zeigt eine Welt, die älter ist als jeder Konflikt und komplexer als jedes Schlagwort.
Seine literarische Reportage ist voller verblüffender Begegnungen, scharfer Beobachtungen und surreal anmutender Episoden – provokant, respektlos und mit scharfem Blick für menschliche Widersprüche. Und mehr und mehr kristallisiert sich die alles entscheidende Frage heraus: Wie nennt ihr dieses Land hier? Wem also gehört dieses Land? Wer darf hier bleiben, wer soll gehen? Wer schreibt die Geschichte – und wer wird in ihr verschwinden?
Ob im Gespräch mit messianischen Juden, arabischen Dorfbewohnern oder amerikanischen Demonstranten: Tenenbom legt Mythen und Propaganda Schicht für Schicht frei – und enthüllt eine ebenso einfache wie beunruhigende Wahrheit: Nichts in diesem Land ist so, wie es scheint.
Die Debatte um »Polarisierung« ist von einem Widerspruch geprägt. Während immer mehr Menschen eine »Spaltung der Gesellschaft« fürchten, zeigen Umfragen, dass die Einstellungen der Bürger:innen gar nicht auseinanderdriften.
Nachdem er sich zuletzt mit »alternativen Fakten« befasste, widmet sich Nils C. Kumkar nun einem anderen Aspekt, der die Debatte über die Debatten verwirrt. Er zeigt, dass die Beobachtung der Gesellschaft notwendigerweise Polarisierung wahrnimmt, da Letztere im politischen System mit seinen Unterscheidungen zwischen Regierung und Opposition sowie zwischen Regierenden und Regierten angelegt ist. Spaltung, so Kumkar, lässt sich letztlich nicht überwinden. Die Frage wäre, wie man produktiver spalten kann. Kumkar bietet nicht nur eine Klarstellung in der Diskussion über Polarisierung, sondern auch eine neue Erklärung für den Erfolg des Rechtspopulismus.
Zunächst sieht alles nach Vergnügen aus: Man ölt die Bärte und trägt bauchfrei, Großstädter zelebrieren das «Bionade-Biedermeier», Tausende stehen für «Harry Potter» Schlange, via Facebook werden weltweite soziale Netzwerke geknüpft. In den Nullerjahren lebt der Mensch des Westens die maximale Selbstbestimmung, sorglos, befriedet. Doch die Feier der Freiheit zeigt bald ihre Schattenseiten. TV-Formate wie «Big Brother» bejubeln den gläsernen Menschen; aus dem Silicon Valley heraus entwickelt sich eine neue Kultur des entgrenzten Konsums; Peter Thiel und Elon Musk beginnen ihre Karrieren, Donald Trump steigt auf. Die offene Gesellschaft gerät unter Druck: 2001 beginnt der War on Terror, in Deutschland mordet der NSU, 2008 bricht die Weltwirtschaft ein und lässt die globale Ordnung erbeben.
Jens Balzer nimmt uns mit auf einen flirrenden Erkundungsgang durch Popkultur und Polit
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