Der Protagonist Zweifelssohn – wie der jüdische Aufklärer Mendelssohn, aber mit Zweifel – reist von Wien durch verschiedene deutsche Städte bis nach Rügen und ist dabei immer auch auf der Flucht vor einer Welt, deren Ende ihn einzuholen droht. Max Czollek ringt in seinem ersten Roman mit einer Gegenwart zwischen Popliteratur und Untergangsvision, wie es sonst wohl kaum jemand vermag. Emotional, voller bitterbösem Humor und hochgradig aktuell!
Vielleicht ist Zweifelssohn verrückt, vielleicht ein Genie, vielleicht ein Prophet, so genau lässt es sich nicht sagen. Jedenfalls sieht er Dinge, die andere nicht sehen: tote Verwandte auf einer Wiener Wasserstraße, prophetische Visionen in Münchner Vorstädten und eine rauchende Hannah Arendt am Berliner Landwehrkanal. Er ist das Gegenteil von Leichtigkeit, trägt in seinem Koffer die Schwere der Geschichte. Schwebt zugleich über ihr, denn bei ihm besteht alles aus Gas, wie beim Warzenschwein Pumba aus dem König der Löwen. Er hält sich fest an seinen Freund*innen und ist doch endlos weit entfernt von ihrer Gegenwart.
»Zweifelssohn« ist der poetische, witzige und verzweifelt optimistische Debütroman von Max Czollek.
»Wie sieht eine Literatur aus, die unsere Gegenwart in all ihrer Abgründigkeit, ihrer Absurdität, ihrem Witz, ihrer Gewalt und Zärtlichkeit beschreibt? Genau so!«. MITHU SANYAL
Vea Kaiser erzählt in ihrem rasanten neuen Roman von einer jungen Mutter, die über alle Hürden hinweg im Wiener Traditionshotel Karriere macht und ihre Geschichte selbst in die Hand nimmt.
Wien, Ende der Achtzigerjahre: Angelika Moser, aufgewachsen im Gemeindebau als Tochter der Hausbesorgerin, verbringt ihre Freizeit durch das Nachtleben tanzend. Gleichzeitig liebt sie ihren Job in einer für sie neuen, eleganten Welt: Als Buchhalterin im Grand Hotel Frohner, das von Wiener Originalen und Gästen von überallher bevölkert wird, lässt sie sich auf zweifelhafte Zahlenspiele ein, um das Etablissement zu retten. Plötzlich mit kleinem Kind auf sich allein gestellt, nimmt Angelika den Kampf um ein gutes Leben auf und beginnt, Rechnungen zu manipulieren. Jahrzehnte vergehen – bis ihr die Zahlen um die Ohren fliegen.
Vea Kaiser erzählt in »Fabula Rasa« mit sprac
Ähnliche Bücher wie Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels
Schon früh erkannte Ludwigs Vater das außergewöhnliche Talent seines Sohnes. Der Musiklehrer gab ihm Unterricht. Ludwig soll schon ein virtuoser Klavierspieler gewesen sein, bevor er richtig laufen konnte. Von Joseph Haydn wird er in Komposition unterrichtet. Als er nach einer Gehörkrankheit ertaubt, wird das Komponieren für den Pianisten zur Rettung. Wundersamerweise kann er weiterhin jedes Instrument in seinem Kopf hören. Seine bahnbrechenden Kompositionen haben die Musikgeschichte verändert – und Ludwig van Beethoven zu einem der angesehensten und beliebtesten Musiker aller Zeiten gemacht.
Little People, Big Dreams erzählt von den beeindruckenden Lebensgeschichten großer Menschen: Jede dieser Persönlichkeiten, ob Philosophin, Forscherin oder Sportler, hat Unvorstellbares erreicht. Dabei begann alles, als sie noch klein waren: mit großen Träumen.
Drei Meter dreißig, so hoch sind die Wände der Wiener Altbauwohnung, in der Klara und Balázs leben. Zwischen knarzendem Parkett und weit geöffneten Flügeltüren sind sie gerade dabei, sich ein gemeinsames Leben aufzubauen. Doch eines Nachts verändert sich alles, Balázs liegt reglos im gemeinsamen Bett, und ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.
Was bleibt von einer Liebe, wenn ein Leben endet? Wer ist man, wenn man seine Heimat verlassen hat und eine fremde Sprache spricht? Zählt die Geschichte – oder vielleicht nur eine Kaffeetasse im Spülbecken, ein letzter Blick in den Spiegel? Und wenn all das entgleitet, kann man die Zeit anhalten?
Eine Geschichte, die tief in die existenziellen Fragen des Lebens eintaucht, von der Liebe erzählt und der Unfähigkeit, sie zu verlieren. Ein Buch, das erdet und zugleich schwerelos werden lässt.
Nach ihrem Buch über den Opernball legt Stefanie Sargnagel mit einem weiteren abenteuerlichen Reisebericht nach: Jetzt schreibt sie über das Münchner Oktoberfest. Allen Warnungen zum Trotz und in ein Dirndl geschnürt, begibt sie sich an einen Ort, der für viele eine Zumutung ist und für andere der Himmel.
Das bietet viel Anlass zum Nachdenken über die liebenswerten und weniger schmeichelhaften Gemeinsamkeiten von Österreich und Bayern. Vor allem ist es aber ein konsequenter Absturz in den Rausch, wie er so nur in Bayern vorstellbar ist. Es wird nicht getrunken, sondern gesoffen, gefressen und gehurt, gewankt, gekotzt, das Bewusstsein verloren, alles in dem Hochgefühl, dass es genau so sein soll.
Stefanie Sargnagel schaut zu, macht mit, und die Leserin, der Leser kommt aus dem Staunen nicht heraus über der Frage: Was hat sie da erlebt, was hat sie sich ausgeda
Ähnliche Bücher wie Oktoberfest
Ein junger Schauspieler, der sich hinter Büchertürmen verbarrikadiert. Eine junge Frau, die von Liebeswirren die Nase voll hat. In ihrem zauberhaft-poetischen Roman erzählt die Wiener Regisseurin Jacqueline Kornmüller von Einzelgängern und Lebensmenschen, und von Zufall und Bestimmung.
Weil er in der neuen Stadt so schnell keine Wohnung findet, zieht ein junger Schauspieler übergangsweise bei einem Freund ein. Das Zimmer ist klein, es steht lediglich ein Sofa darin. Und ein alter Schrank, dessen Tür klemmt. Doch der junge Mann hat sowieso nur Bücher dabei. Als er sie gerade zu einem Turm stapelt, öffnet sich plötzlich die Schranktür mit einem leisen Seufzen. Es kommen allerlei Hinterlassenschaften zum Vorschein – ein altes Rezeptbuch etwa, ein angeschlagenes Teeservice, ein blaues Kleid. Und an der Innenseite der Tür hängt das Foto einer jungen Frau. Ihr Blick
Ähnliche Bücher wie Die Frau im Schrank
Frustriert von den Mühlen der Bürokratie, trifft Franz Fiala eine »Lebensentscheidung« und wirft seinen Job bei der Europäischen Kommission hin. Als er seine Mutter zum 89. Geburtstag in Wien besucht, verschweigt er ihr jedoch seinen vorgezogenen Ruhestand. Und auch das Gespräch mit Nathalie, mit der er seit vier Jahren in Brüssel eine Beziehung führt, über die gemeinsame Zukunft misslingt. Dann treten wiederkehrende Schmerzen auf, die sich nicht länger ignorieren lassen. Der Befund: Krebs, unrealistisch, dass er noch ein Jahr lebt. Und mit einem Mal geht es allein darum, seine Mutter darüber zu täuschen, ihr den Schmerz zu ersparen, ihren Sohn sterben zu sehen:
»Überleben konnte für ihn nur heißen, seine Mutter zu überleben. Vor ihr, bis zu ihrem Tod, seine Krankheit zu verheimlichen. Es ging jetzt um einen Überlebenswettkampf. Das war jetzt die Lebensentscheidung.«
Kann man über sein Leben entscheiden? Nicht über das Ende, sondern mit Willenskraft über das Weiterleben, länger, als erwartbar wäre? Mit existentieller Wucht und dennoch leichtfüßig erzählt Robert Menasse in Die Lebensentscheidung von einem Wettlauf mit dem Tod. Leben und Sterben, Liebe und Familie, darum geht es in dieser raffiniert-kunstfertigen Novelle.
Was, wenn es die Möglichkeit gäbe, die Erde abzukühlen, der Himmel dadurch aber nie wieder blau wäre? Hannah arbeitet an einer Ausstellung mit, die dieses Blau bewahren soll, kurz bevor eine globale Geoengineering-Maßnahme in Kraft treten wird. Durch die in die Stratosphäre geschossenen Schwefelpartikel wird sich das Sonnenlicht anders brechen, Meere und Flüsse werden verblassen, und der blaue Planet wird sich milchig grau färben. »Kannst du das Blaue beschreiben?«, fragt Hannah die Menschen, denen sie mit ihrem Aufnahmegerät gegenübersitzt: eine Filmemacherin, einen Botaniker, ihre ältere Schwester Vera. Immer tiefer taucht Hannah in die Erinnerungen der anderen ein, die am Tag der Ausstellungseröffnung in einem Raum zusammenfinden. Und plötzlich steht da auch Jakob, Hannahs Vater. Auch er hat eine Geschichte zu erzählen, über die die beiden bisher nie gesprochen haben.
Das Blaue vom Himmel erzählt davon, wie sich Veränderungen von historischer Tragweite im Persönlichen spiegeln. Von Verlusten und Abschieden – und vom Bewahren der Dinge, die uns kostbar sind, von Menschen, die wir lieben.
• Die konkreten Folgen der Klimakrise poetisch durchdacht
• Umschlaggestaltung von Judith Schalansky
David Safier erzählt in diesem dramatischen und zärtlichen Roman die Geschichte seiner Eltern: Sie führt uns vom Wien des Jahres 1937 durch die Gefängnisse der Gestapo nach Palästina, wo sein jüdischer Vater Joschi als Barmann und Spion arbeitet und schließlich zur See fährt. Seine Mutter Waltraut wächst als Tochter eines Werftarbeiters in Bremen auf, erlebt Kriegszeit, Trümmerjahre und Wirtschaftswunder. Bei ihrer ersten Begegnung ist Waltraut eine junge alleinerziehende Witwe, Joschi zwanzig Jahre älter als sie. Wenig spricht dafür, dass die beiden sich ineinander verlieben und ein gemeinsames Leben wagen – ein Leben, geprägt von steilen Höhenflügen und dramatischen Schicksalsschlägen.