Über die rettende Kraft der Imagination
Jeden Nachmittag wartet Claire in ihrer kleinen Pariser Wohnung auf einen Mann aus der Résistance, der ihr geheime Dinge diktiert, ›Die Fliegenden Blätter‹. Sie ist verliebt in ihn, aber davon weiß er nichts. Die Anweisung lautet: Wenn er eines Tages nicht kommt, soll sie sofort die Wohnung verlassen. Doch als es so weit ist, bleibt sie an ihrer Schreibmaschine sitzen, stellt sich ein zukünftiges Leben mit ihm vor – einen glücklichen Alltag, Reisen, gemeinsame Kinder – und schreibt es auf: ›Das Leben, das wir nie haben werden.‹ Bis jemand an der Tür klopft.
Ein dichter Text in kraftvollen Bildern, eine emotionale Liebesgeschichte mitten im französischen Widerstand, eindringlich, erschütternd und doch voller Zuversicht und Hoffnung.
Der Roman basiert auf einem sensationellen Fund, da kaum Theaterstücke jüdischer Autor:innen aus dieser Zeit überliefert sind.
Frieda ist eine unabhängige Geschäftsfrau, sie liebt ihre Freiheit, ist niemandem verpflichtet. Der erfolgreiche Sportschwimmer und Tabakwarenhändler Gustl erobert zwar ihr Herz, doch jäh spürt Frieda, dass ihr Geliebter sie in die althergebrachte Rolle der abhängigen Ehefrau drängen will.
Marieluise Fleißer zeichnet mit ihrer ganz eigenen, unerbittlichen Beobachtungsgabe das Porträt einer modernen Frau zwischen tradierten Geschlechterrollen und aufkeimender Emanzipation in der vermeintlichen Idyllik einer deutschen Provinz in den Jahren vor 1933.
Ein großer jüdischer Familienroman über vier Mitglieder einer jüdischen Familie aus Wien, die durch Krieg, Schuld und die Schatten der Geschichte voneinander getrennt wurden. Und doch verbindet sie ein unsichtbares Band: die Geister der Vergangenheit.
Sonja lebt 1979 in London, Fania arbeitet 1966 in einem Hotel in Montreal, Moses durchstreift 2002 das postkommunistische Prag, und Arnold erhält 2016 eine mysteriöse Nachricht aus England. Was sie alle eint: das Trauma ihrer zerbrochenen Herkunft, ein tiefes, unausgesprochenes Vermächtnis – und Räume voller Erinnerung und Schweigen.
Stuart Nadler erzählt eindrucksvoll von jüdischem Leben im 20. Jahrhundert, von Identität, Entwurzelung und dem Wunsch nach innerer Heilung. Ein literarisches Mosaik aus Stimmen, Zeiten und Orten.