Die Sage von »Sleepy Hollow« gehört zu den berühmtesten Erzählungen der amerikanischen Literatur, Washington Irving hat sie 1820 veröffentlicht: Der etwas tumbe Dorfschulmeister Crane befindet sich auf dem Heimweg von einer Feier. Es ist spät geworden und als er mit seinem Pferd die »schläfrige Schlucht« passiert, nähert sich ihm von hinten ein riesiger, unheimlicher Reiter. Und dieser Reiter scheint keinen Kopf zu haben! Liegt er gar vorne auf dem Sattelknopf? Crane gibt seinem Pferd die Sporen…
Eike Schönfeld hat diesen Klassiker für die Insel-Bücherei neu übersetzt. Von dem Comickünstler und Illustrator ATAK stammen die kongenialen Illustrationen, Philip Tägert alias FIL, Zeichner, Sänger und Comedian, hat ein Nachwort für diese Prachtausgabe verfasst.
New York ist ein vertikaler Albtraum. Doch Manhattan ruht auf einem gewaltigen Felsen aus Granit, einer Horizontale, die alles trägt und verbindet. Die Menschen vergessen das: Hier, in der 26th Street, lebt ein Bibliothekar, der sich auf den Spuren Herman Melvilles verliert. Aber betritt er den Wahn des Anderen oder schließt ihn sein eigener immer dichter ein? In einer anderen Geschichte endet eine labyrinthische Verfolgungsjagd mit Zug und Fähre quer durch Europa auf einer abgelegenen Insel. Doch hier lauert keine Rettung, sondern eine Falle.
Die Erzählungen von László Krasznahorkai entfalten eine hypnotische Wirkung. Oft entwickelt sich der atemlose Sog im Dialog mit Zeichnungen des Malers Max Neumann: Text und Bilder greifen ineinander und entdecken eine Dimension der Realität, die weiter greift als Tag und Nacht, Schlaf und Traum.
In den 1950er Jahren suchte Arno Schmidt neue Publikationsmöglichkeiten. Ohne Hausverlag und ohne festes Einkommen, fand er sie in Zeitungen und Zeitschriften, die den Abdruck kurzer literarischer Texte vergleichsweise gut bezahlten. In den 38 aus dieser Zeit überlieferten Texten orientierte sich Schmidt an der neuen Form der Shortstory. Die in diesem Band vollständig abgedruckte Kurz- und Kürzestprosa gibt einen breiten thematischen Einblick in Schmidts Schreiben. Die Momentaufnahmen erzählen vom Wiederaufbau und der Teilung Deutschlands, vom Leben mit den Folgen des Zweiten Weltkriegs, das zugleich von einem neuen Krieg bedroht wird. Die scheinbar banalen Alltagsbegegnungen sind dabei immer politisch und zeigen gesellschaftliche Abgründe genauso wie Momente des flüchtigen Glücks.