Es ist Spätsommer und die Trauben sind reif, als Christina das Haus ihrer Großmutter Anni erbt. Hier, in einem kleinen Dorf bei Nürnberg, ist sie bei Anni aufgewachsen: Anni, die Mitte der sechziger Jahre aus Rumänien nach Deutschland flieht. Anni, die ganz allein ihr Kind und ihr Enkelkind aufzieht und beim Quelle-Versand Pakete ins Wirtschaftswunderland verschickt. War das das Leben, von dem sie geträumt hat? Während Christina sich langsam von Anni und dem Haus verabschiedet, erkennt sie, was sie ihrer Großmutter wirklich verdankt: die Freiheit, loszulassen und selbst den Ort zu finden, wo das gute Leben zu Hause ist.
»Ein Buch, wie es kaum jemals in einem Jahrhundert geschrieben wird.« Péter Nádas
András, der Erzähler, jüngstes von sieben Kindern, liebt seine tapfere Mutter Julia über alles – wo sie ist, lauert das Glück, egal, was geschieht. Vier Jahre lang zieht sie mit ihren Kindern in der ostrumänischen Steppe umher – sie wurden »ausgesiedelt«, nachdem der Vater, ein Pastor, zu 22 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden war. Sie richten sich in Erdhöhlen ein und in verlassenen Dörfern, beaufsichtigt von den Behörden. Sippenhaft.
»Ich merke mir alles und werde über alles schreiben, wenn die Zeit gekommen ist, sage ich zu unserer Mutter, um sie zu trösten, als ich sie beim Weinen ertappe, schreiben verwende ich als Synonym für rächen, ohne zu wissen, was ich sage.« Jahrzehnte später findet Visky den gleichmütigen, zuweilen heiteren Ton, die leuchtenden Bilder und die Form: 822 durchnummerierte Minikapitel, die Atemzügen gleichen.
Der Entschluss, umeinander zu kämpfen, »solange die Seele mich trägt«, verbindet die Eltern, tiefgläubige, einander leidenschaftlich liebende Menschen, deren Haltung sich ihren Kindern unauslöschlich einprägt. Der Gewalt des kommunistischen Staates setzen sie ihr NEIN entgegen. Wie sich die Phantasie mit der Liebe verbündet: gegen die Wirklichkeit und gegen die Versuchung, böse zu werden – das ist so noch nie erzählt worden.
»Ein ganz großes literarisches Kunstwerk.« Denis Scheck, WDR
Shortlist Deutscher Buchpreis 2024
Ausgezeichnet mit dem Uwe-Johnson-Preis
Zwischen Lev und Kato besteht seit ihren Kindertagen eine besondere Verbindung. Doch die Öffnung der europäischen Grenzen weitet ihre Lebensentwürfe und verändert ihre Beziehung für immer. Voller Schönheit und Hingabe erzählt Iris Wolff in ihrem großen neuen Roman von zeitloser Freundschaft und davon, was es braucht, um sich von den Prägungen der eigenen Herkunft zu lösen.
Als der elfjährige Lev über Wochen ans Bett gefesselt ist, wird ausgerechnet die gescheite, aber von allen gemiedene Kato zu ihm ans Krankenbett geschickt, um ihm die Hausaufgaben zu bringen. Zwischen dem ungleichen Paar entsteht eine unverbrüchliche Verbindung, die Lev aus seiner Versteinerung löst und den beiden Heranwachsenden im kommunistischen Vielvölkerstaat Rumänien einen Halt bietet. Ein halbes Leben später läuft Lev noch immer die Pfade ihrer Kindheit ab, während Kato schon vor Jahren in den Westen aufgebrochen ist. Geblieben sind Lev nur ihre gezeichneten Postkarten aus ganz Europa. Bis ihn eines Tages eine Karte aus Zürich erreicht, darauf nur ein einziger Satz: »Wann kommst du?« Kunstvoll und poetisch verwandelt Iris Wolff jenen Moment in Sprache, wenn ein Leben ans andere rührt, und zeichnet in ihrem großen europäischen Roman das Porträt einer berührenden Freundschaft, die sich als Reise in die Vergangenheit offenbart und deren Leuchten noch lange nachklingt.
Ende der Achtziger, das ist im letzten Jahrtausend. Ende der Achtziger, das ist genau jetzt.
Marina träumt davon, der Sowjetunion den Rücken zu kehren, die Chance auf ein anderes Leben zu ergreifen, und sei sie noch so klein. Sie weiß: Eine Chance ist ein höchstens spatzengroßer Vogel, der nicht stillsitzt und wartet, dass man ihn fängt.
Jahre später und unzählige Kilometer entfernt versuchen Marinas Töchter, sich ihre Mutter als junge Frau vorzustellen. Wie war ihr Leben, bevor sie Mutter wurde? Wie ihr Verhältnis zur Großmutter, die sie nie kennengelernt haben: eine Ingenieurin mit einem Talent nicht nur für Zahlen, sondern auch für Deutungen der Zukunft.
Nach und nach reimen sich Marinas Töchter die Geschichte ihrer Familie zusammen. Eine Geschichte, bevölkert von Geistern, eine Geschichte, die zeigt, wie die Zeiten vergeh
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Sara, ihr Onkel Mats und ihre Cousine Evi fahren von Malmö nach Berlin, um den Stolperstein zu besuchen, der ihren Familiennamen trägt. Und um die Briefe mit der Familiengeschichte dem Jüdischen Museum zu übergeben. Die Großmutter war mit einem Kindertransport nach Schweden aus Berlin gerettet worden. Doch Sara, Mats und Evi haben alle auch ihre ganz eigene Agenda im Hier und Jetzt. Ein berührender Roman über Familienbande, intergenerationale Traumata, Geheimnisse, die wir bewahren, und Lügen, die wir uns selbst erzählen – präzise und einfühlsam geschildert.
»Anna Brynhildsen schreibt zurückhaltend, aber herzzerreißend.« Dagens Nyheter
Übersetzt in mehr als 20 Sprachen
Der große Bestseller aus den USA – so ein Buch gibt es nur alle zehn Jahre! Ein Sommer in New York, der alles verändert. Ein Sohn auf der Suche nach seiner Herkunft. Und die große Frage: Was macht uns zu dem, was wir sind? Sie werden dieses Buch nicht aus der Hand legen können.
New York City, Silvester 1999. Lily Chen ist 22, Tochter chinesischer Einwanderer und unbezahlte Praktikantin in einem hippen Medienunternehmen. Als sie Matthew trifft – charmant, privilegiert, Erbe eines Pharmaimperiums –, verliebt sie sich. Zwei Welten prallen aufeinander. Und doch scheint alles möglich.
21 Jahre später lebt Lilys Sohn Nick mit ihr auf einer abgelegenen Insel. Er spürt: Etwas fehlt. Als er nach seinem Vater sucht, stößt er auf Geheimnisse, die alles verändern – nicht nur für ihn.
Zwei Kinder im Garten einer Mailänder Villa: Piero, der strahlende Sohn eines Automobilunternehmers. Und Valeria, die talentierte Tochter der Hausangestellten. Sie versprechen sich, Freunde fürs Leben zu werden.
Verbunden durch ein altes Familiengeheimnis erleben sie eine Jugend in den goldenen Jahren Italiens, zwischen Dolce Vita und kultureller Revolution. Doch als Piero das Erbe seines Vaters antreten muss, verliebt sich Valeria in den Arbeitersohn Flavio, der Pieros Welt den Kampf ansagt.
Der neue, große Roman von Bestseller-Autor Daniel Speck – eine epische Geschichte über Leidenschaft, Verlust und den Preis des Erwachsenwerdens.
Ein russisches Dorf um das Jahr 1918. Die Revolution hat bereits stattgefunden, der Bürgerkrieg ist in vollem Gange, aber die Bewohner haben von den historischen Ereignissen noch nichts erfahren. Das untergehende Zarenreich ist groß, die Informationen fließen langsam.
Doch selbst an einem Ort wie diesem steht die Zeit nicht still: Der Dorfälteste Ilja, zum Beispiel, trifft seine Wettervorhersagen neuerdings mit Hilfe eines gläsernen Röhrchens, das er hütet wie seinen Augapfel. Der alte Pjotr dagegen belauscht lieber den nahegelegenen Fluss und dessen Geister. Aber noch scheinen die Fronten beweglich.
Nun ist ausgerechnet Iljas Frau, Inna Nikolajewna, so abergläubisch wie Pjotr. Als ihr ein Messer herunterfällt, taucht ein Fremder im Dorf auf. Der viel zu junge Mann trägt keine Stiefel, aber eine fadenscheinige Offiziersuniform, und wenn er muss, erzählt er jedem eine a
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Ein Roman über das Ringen um Nähe, um Liebe, Loyalität und Freundschaft im Schatten staatlicher Kontrolle. Ein bestechendes Porträt von der Kraft und Zerbrechlichkeit menschlicher Bindungen, dem Enthusiasmus des Neuanfangs und dem Verlust von Illusionen.
Selbstregulierung des Herzens entfaltet ein vielfältiges Panorama des Lebens in der DDR und im frisch wiedervereinigten Deutschland. Im Zentrum stehen Georg, der anfangs noch hofft seinen Staat mithilfe von ersten Computern und Kybernetik vorwärtszubringen, und die Künstlerin Mona. Um sie herum entwickelt sich ein reiches Ensemble an Figuren: der illusionslose Intellektuelle Roland, der in den Westen flieht; Marlies, die versucht,das System von innen zu reformieren, sowie die Künstlerfreunde Monas. Alle treffen sich in einem Dorf in der Nähe von Wandlitz, wo bald seltsame geheime Bautätigkeiten be
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