Eine Frau kämpft um ihr Erbe – und um das ihrer jüdischen Familie
Altes Zeug, im besten Fall ein Erinnerungsstück – mehr erwartet Amira nicht, als sie die Tür zum Lagerraum ihres verstorbenen Großvaters in Berlin-Moabit aufstößt. Aber dann steht sie vor der seit dem Zweiten Weltkrieg verschollen geglaubten Kunstsammlung ihrer jüdischen Familie. »WTF!«, denkt Amira und macht erst mal eine Insta-Story. Und jetzt? Soll Amira die Kunstwerke einem Museum schenken oder an einen Oligarchen verkaufen? Darf sie sie einfach behalten? Und können alle, die ihr da reinquatschen wollen, bitte mal still sein! Als Zweifel aufkommen, ob die Sammlung auf legalem Weg zu ihrem Großvater zurückgelangte, muss Amira sich plötzlich rechtfertigen. Ein atemlos erzählter, messerscharf beobachteter Roman über eine junge Frau, die einen Weg finden muss durch das Chaos (hebr. ›Balagan‹
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Sara, ihr Onkel Mats und ihre Cousine Evi fahren von Malmö nach Berlin, um den Stolperstein zu besuchen, der ihren Familiennamen trägt. Und um die Briefe mit der Familiengeschichte dem Jüdischen Museum zu übergeben. Die Großmutter war mit einem Kindertransport nach Schweden aus Berlin gerettet worden. Doch Sara, Mats und Evi haben alle auch ihre ganz eigene Agenda im Hier und Jetzt. Ein berührender Roman über Familienbande, intergenerationale Traumata, Geheimnisse, die wir bewahren, und Lügen, die wir uns selbst erzählen – präzise und einfühlsam geschildert.
»Anna Brynhildsen schreibt zurückhaltend, aber herzzerreißend.« Dagens Nyheter
Marcin wächst auf in prekären Verhältnissen: Seine Mutter floh in den 1980ern aus Polen nach Deutschland, um ihn, ihr zweites Kind, hier großzuziehen. Sie arbeitet hart als Altenpflegerin, sie trinkt zu viel, und irgendwann sieht sie in ihrem Sohn nur noch den Antagonisten. Währenddessen versucht Marcin, mit Videospielen, Nu Metal und Gedichten herauszufinden, wer er ist und hier in Deutschland sein kann. In dieser Spannung leben die beiden mit- und gegeneinander.
Erst spät im Leben – die alternde Mutter ist schwer krank, und Marcin pflegt sie – offenbart sich die Familiengeschichte in Gänze: eine Lebenserzählung zwischen Anekdote und Abgrund. Der Krieg ist nicht vorbei. Kein Krieg ist je vorbei.
2023 fand Martin Piekar mit einem Auszug aus diesem Roman beim Bachmann-Preis in Klagenfurt begeistertes Echo; er wurde mit dem Robert-Gernhardt-Preis 202
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»Hillenkamp schreibt Sätze, die geradezu leuchten.« Gerrit Bartels
Jans Existenz ist auf ein schiefes Fundament gestellt. Im Aufwachsen mit der Mutter und ihren Geliebten, dem Vater und der Stiefmutter schlägt das Normale immerzu ins Extreme um. Das Leben des jungen Mannes bleibt haltlos und gefährdet, in der Freundschaft, in der Liebe, in der Politik. Doch so groß die Widerstände sind, so heftig ist Jans Streben nach Geborgenheit und Glück. Mit unvergleichlicher Präzision, Dichte und Strahlkraft erzählt Sven Hillenkamp Jans Geschichte.
Als Jans Leben zu kippen beginnt, ist er noch ein Kind. Die Mutter stirbt früh, der Vater kann ihm keinen Halt geben. Die erlebte Verlorenheit wird zum stetigen Begleiter. Doch Jan ist sich selbst nicht durchsichtig und strebt unaufhaltsam nach einem Selbstbild, das ihn trägt. Weder in der Liebe, noch mit Gleichgesinnten oder in einer sinnstiftenden Betätigung findet Jan jene innere Sicherheit, nach der er sich sehnt. In seiner schmerzhaften Entwicklung offenbart sich eine Allgemeingültigkeit menschlicher Existenz. Wer sind wir, wenn Erleben und Vorstellung nicht in Einklang gebracht werden können? Die hohe Sensibilität und Genauigkeit der Sprache von Sven Hillenkamp erzeugen ein soghaftes Lektüreerlebnis von beeindruckender Wucht. Ein Roman von beispielloser Unmittelbarkeit und Intensität.
Es ist Spätsommer und die Trauben sind reif, als Christina das Haus ihrer Großmutter Anni erbt. Hier, in einem kleinen Dorf bei Nürnberg, ist sie bei Anni aufgewachsen: Anni, die Mitte der sechziger Jahre aus Rumänien nach Deutschland flieht. Anni, die ganz allein ihr Kind und ihr Enkelkind aufzieht und beim Quelle-Versand Pakete ins Wirtschaftswunderland verschickt. War das das Leben, von dem sie geträumt hat? Während Christina sich langsam von Anni und dem Haus verabschiedet, erkennt sie, was sie ihrer Großmutter wirklich verdankt: die Freiheit, loszulassen und selbst den Ort zu finden, wo das gute Leben zu Hause ist.