Konstantin und Lada haben den Kontakt verloren. Während Konstantin in einem unterirdischen Forschungslabor festsitzt, das Lenins Leichnam konserviert, kämpft seine Schwester Lada in Berlin mit einer Sanierung, die ihr Wohnhaus unbewohnbar macht. Auch versteht sie nicht, warum ihr Bruder nach Kriegsbeginn in Moskau geblieben ist, doch steckt Konstantin bis zum Hals in Schwierigkeiten, an denen sein Patenonkel nicht unschuldig ist, ein Oligarch mit transhumanistischen Ambitionen, der auch Lada in Bedrängnis bringt. Sprachgewaltig, lustvoll und berauschend. Eine Wunderkammer und ein Höllenritt.
Es ist ein kalter Januarmorgen, an dem Birdie Keller die Nachricht erhält, auf die sie 18 Jahre gewartet hat. Der Mann, der ihre Schwester ermordet hat, wird aus dem Gefängnis entlassen. Mit einem Plan – und einer Waffe – verlässt Birdie ihr Zuhause und ihre Familie, um den Mann zu suchen, der für sie alles andere als ein Fremder ist. Von London über Cornwall folgt sie ihm bis zurück in ihre Heimat Devon – jene Landschaft, in der Erinnerungen Gewissheiten einstürzen lassen und die Vergangenheit die Gegenwart niemals loslässt.
Ein packender Politthriller, der mit filmischer Wucht erzählt wird: Mit realitätsnahem Nervenkitzel, raffinierter Spionage und gewitzten Dialogen zeigt er, wie Russland nach dem Zerfall der Sowjetunion vom Kurs abkam – und was das für die Welt von heute bedeutet.
Der brillante, junge Ari Falk leitet eine CIA-Abteilung in Riga. Die Weltlage ist 2021 angespannt. Die belorussische Luftwaffe hat gerade einen türkischen Linienflug von Ankara nach Riga nach Minsk umgeleitet. An Bord ein von Falk angeworbener russlandkritischer Blogger. Kurz danach wird die CIA-Station in Riga angegriffen, Falks Mitarbeiter kommen ums Leben, er kann in letzter Sekunde fliehen.
In Los Angeles erfährt Maya Chou, die Tochter eines russisch-amerikanischen Multimilliardärs, vom Selbstmord ihres Vaters. In seinem Testament hinterlässt er ihr ein kleines Haus an der portugiesischen Küste. Aber seine Milliarden sind spurlos verschwunden. Auf den Spuren ihres Vaters reist Maya nach Tanger, wo sie ins Visier eines Killers gerät. Auch Ari Falk taucht dort auf. Zusammen jagen Maya und Ari quer durch Europa bis nach Moskau. Sie müssen erkennen, dass die postsowjetische Zeiten und ihre Konflikte noch lange nicht zu Ende sind. Im skrupellosen Spiel um Geld, Gier und Macht übersehen sie einen viel wichtigeren Faktor: Liebe.
Hieß sie wirklich Esther, die Großmutter des Vaters, die 1941 im besetzten Kiew allein in der Wohnung der geflohenen Familie zurückblieb? Die jiddischen Worte, die sie vertrauensvoll an die deutschen Soldaten auf der Straße richtete – wer hat sie gehört? Und als die Soldaten die Babuschka erschossen, »mit nachlässiger Routine« – wer hat am Fenster gestanden und zugeschaut?
In Kiew und Mauthausen, Warschau und Wien legt Katja Petrowskaja Fragmente eines zerbrochenen Familienmosaiks frei – Stoff für einen Epochenroman, erzählt in lapidaren Geschichten. Die Autorin schreibt von ihren Reisen zu den Schauplätzen, reflektiert über ein zersplittertes, traumatisiertes Jahrhundert und rückt Figuren ins Bild, deren Gesichter nicht mehr erkennbar sind. Ungläubigkeit, Skrupel und ein Sinn für Komik wirken in jedem Satz dieses eindringlichen Buches.
Dieses Buch ist Teil der Reihe »75 Jahre Bibliothek Suhrkamp«: Willy Fleckhaus hatte für die Bibliothek Suhrkamp ein ikonisches Coverdesign und eine eigene visuelle Ordnung geschaffen. Mit »30 Farben für Willy Fleckhaus« (2026) greift Olaf Nicolai diese Gestaltung auf und aktualisiert die scheinbar zeitlose Gestaltungsgrammatik. Mit deren mathematisch berechneten Kombinationen bespielt er dieses Raster und verändert unseren Blick auf Fleckhaus’ Arbeit: Was ursprünglich als funktionaler Entwurf gedacht war, wird jetzt als konzeptuelle Struktur sichtbar. Nicolai erzeugt so eine neue Aufmerksamkeit für die Reihe als Form, er konserviert sie nicht, er aktiviert sie, er zeigt die Bibliothek Suhrkamp als eine höchstlebendige Struktur.
Am Hafen von Le Havre wird ein Mann tot aufgefunden. In der Jackentasche ein Kinoticket und auf dessen Rückseite ihre Telefonnummer. Sie erhält einen Anruf des ermittelnden Polizisten. Nur: Was soll sie – Synchronsprecherin in Paris, Mutter und Ehefrau – mit diesem ermordeten Mann in der 200 Kilometer entfernten Stadt zu tun haben?
Sie reist sofort nach Le Havre. Verlangt, die Leiche zu sehen. Angelangt in der Stadt ihrer Kindheit, begegnet sie unwillkürlich den Bildern ihrer Vergangenheit. Der Hafenkai, das Lichtspielhaus, jeder Ort trägt Spuren vergessener Episoden. Und immer mehr drängt sich ihr die Erinnerung an ihre erste verlorene Liebe auf. Was, wenn der Tote diese Jugendliebe ist, die damals von heute auf morgen wie vom Erdboden verschwunden war?
Ein mysteriöser Tod, eine Spurensuche an den Orten der Jugend und eine Hafenstadt, in der Vergangenheit und Gegenwart miteinander verschwimmen. In ihrem literarischen psychologischen Thriller Brandung verwandelt Maylis de Kerangal einen Kriminalfall in einen Schauplatz innerlichen Aufruhrs und biografischer Erkundungen.
Starke Frauenfiguren, raffinierte Spannung und eine Prise Humor – ein filmreifes Krimierlebnis!
1950: Die junge Japanologin Mirabell Molnar reist nach Japan, um ein scheinbar harmloses Tauschgeschäft abzuwickeln. Doch der Deal platzt, und Mirabell wird entführt, hinein in Tokyos Unterwelt, wo Gerüchte über verstecktes Gold kursieren. Als Geisha verkleidet und von CIA und Yakuza verfolgt, wird Mirabell zur unfreiwilligen Mitspielerin in einem tödlichen Komplott – und trägt plötzlich den Schlüssel zu einem Geheimnis, das die Nachkriegswelt erschüttern könnte.
Meinrad Braun entführt die Leser in die exotische Welt Japans und lässt sie gemeinsam mit Mirabell Molnar Licht in die Schatten der Vergangenheit bringen. Ein Spionage-Thriller voller Wendungen, der Liebhaber von Krimis mit außergewöhnlichem Setting begeistern wird.
»Braun ist ein Meister darin, andere Zeiten und Orte zu sezieren und zum Leben zu erwecken.« – der reporter über Tausend Meilen weites Land. Ein früher Western
»Was für ein Schatz an Form, Schönheit und weiser Melancholie!« Daniel Kehlmann
Mascha Kaléko ist eine leuchtende Ausnahmeerscheinung in der deutschen Literatur. Niemand verkörpert das Berlin der Weimarer Republik zwischen Schreibmaschinengrau, hellen Kinoreklamen und nicht enden wollenden Nächten im Romanischen Café so sehr wie die melancholische Großstadtdichterin mit ihrem sprühenden Witz. Auch nach ihrer Flucht vor den Nationalsozialisten 1938 besang sie diese verlorene Heimat in Versen vom Emigrantenleben in New York, Jerusalem und anderswo. Zu ihrem fünfzigsten Todestag wirft Daniel Kehlmann mit dieser Auswahl einen persönlichen Blick auf das Werk seiner Schriftstellerkollegin – auf die »Großstadtlerche«, die glücklich und unglücklich Liebende, die berlinkranke Kosmopolitin.
Während eines Treffens des Repair Clubs bekommt John Antink ein künstliches Bein auf den Tisch gestellt. Der alte Mann, der vor ihm sitzt, gibt John die Schuld an seinen jahrelangen Schmerzen. Als John herausfinden will, was der Mann meint, zündet dieser eine Bombe.
Im Chaos gelingt fast allen die Flucht, nur Kollegin Alisja scheint wie vom Erdboden verschwunden zu sein. Um herauszufinden, wer der Mann ist und wo Alisja steckt, muss John in seine Erinnerungen zurückkehren – an einen Einsatz im Libanon in seinen ersten Jahren beim Geheimdienst. Doch das Opfer, das er dafür bringen muss, ist groß …
Charles den Tex schreibt Thriller mit Tiefgang, die komplexe Zusammenhänge verständlich und fesselnd erzählen. Seine Plots wirken erschreckend realistisch – oft so, als könnten sie morgen in der Zeitung stehen.
Einen Raubvogel wie mich hast du noch nie gesehen
Im Herbst 1989 führt Luzy Morgenroth auf Amrum das Leben einer Provinzpolizistin. Kaum jemand ahnt, dass sie vor langer Zeit eine Andere war. Als in einer Sturmnacht ein Einheimischer spurlos von der Fähre verschwindet, muss sie sich einem Killerkommando stellen, das auf die Insel kam, und verwandelt sich wieder in die Luzy von früher. Eine Waffe.
In einem spektakulären Agententhriller schickt Pflüger seine Heldin am Ende des Kalten Krieges als Racheengel um die halbe Welt. Sie tritt gegen ein Geheimdienstimperium an, das den Mann beschützt, der ihr Leben zerstörte. Und es wird sich zeigen, wer kälter ist: ihr Todfeind oder sie.
Wenn die Wirklichkeit in die Fiktion einfällt, wird es wild und schwarzhumorig
Ukraine, 2022. Jewa ist eine Schneckenforscherin, die aussterbende Arten in einem mobilen Labor retten will. Die immer erfolglosere Arbeit finanziert sie mit ihrer Schönheit. Als „Braut“ einer Heiratsagentur unterhält sie westliche Männer auf der Suche nach einer fügsamen Frau fürs Leben. So lernt sie die Schwestern Nastia und Sol kennen, die das aktivistische Werk ihrer vermissten Mutter fortsetzen wollen. Ihr Plan: Heiratstouristen in Jewas Transporter kidnappen und aufmerksamkeitsträchtig im Wald aussetzen. Bald geht's los: drei wütende Frauen, dreizehn ahnungslose Junggesellen und Lefty, eine linksgewundene Schnecke, das letzte Exemplar ihrer Art – doch dann überfallen die Russen das Land... Und der Roman nimmt eine ungeahnte Wendung. Oder zwei. ›Ein Königreich für eine Schn
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»Aus allen Sätzen Artem Tschechs spricht nur Wahrheit. Nur Literatur.« Anna Prizkau, FAZ
Vom Bürger zum Soldaten: Diese Verwandlung ist das zentrale Thema der kunstvollen Kriegsbeschreibungen des großen ukrainischen Schriftstellers Artem Tschech. Eine universelle und zutiefst ehrliche Geschichte männlicher Verletzlichkeit, Emotionalität und Verantwortung.
Eine Uniform lässt sich nicht einfach wieder ablegen. Sie verändert den Menschen, der sie trägt, für immer. Von dieser Erfahrung erzählt der große ukrainische Schriftsteller Artem Tschech. Im Jahr 2022 wird er erneut an die Front berufen. In Echtzeit erlebt man mit, wie sich der Schriftsteller zum Soldaten wandelt, und folgt ihm von der Region Kyjiw zu den Frontstädten im Osten, ins friedliche New York und schließlich nach Bachmut. Doch dieser Soldat erzählt nicht vom Krieg. Sondern davon, wie der Krieg alle Sicherheiten fortreißt und welchen Halt man der inneren Zerrissenheit entgegensetzen kann. Für ihn lässt die Musik weiblicher Künstlerinnen – Lana Del Rey, Florence + The Machine und Lola Marsh – diesen rettenden Raum entstehen. So wird in den virtuosen Kriegsbeschreibungen von Artem Tschech eine neue Dimension von Männlichkeit offenbar: zweifelnd, intim, aufrichtig.