Botox oder »in Würde altern«, zu viele Selfies auf Instagram posten oder jeden Beauty-Trend auf TikTok mitmachen? Frauen im Internet stehen unter ständiger Beobachtung. Jedes Like kann zur Anklage werden, jeder Kommentar zum Politikum. »Wie kann sie nur?«
Sophie Passmann ist selbst Teil der widersprüchlichen Welt weiblicher Selbstdarstellung in den sozialen Medien. Radikal selbstkritisch seziert sie die Phänomene, die eine ganze Generation prägen: von der asketischen Disziplin einer Hailey Bieber über die kalkulierte Görenhaftigkeit von Charli XCX bis zur neurotischen Perfektion von Taylor Swift. Warum sind wir alle so fasziniert von Frauen, die uns etwas vormachen – und gleichzeitig hassen wir sie genau dafür?
Sophie Passmann betrachtet den Zeitgeist wie niemand sonst: klug, selbstreflektiert und höchst unterhaltsam.
Die Bundesrepublik Deutschland von Wiederaufbau bis Wiedervereinigung: das Abenteuer Jugend in der BRD
Wie war sie, die Kindheit früher in Westdeutschland, irgendwo zwischen Wirtschaftswunder und Konsumgesellschaft, 68er-Bewegung, WAA-Protesten und der Katastrophe von Tschernobyl? Nach »Die Bonner Republik« hat sich Fotograf Wolfgang Vollmer für den Greven Verlag erneut auf Bilderjagd in den Archiven begeben. Mit seinem Gespür für einzigartige Momente hat er eine Fotosammlung erstellt, die Kinder und Jugendliche aus rund vier Jahrzehnten BRD in den Blick nimmt. Dazu analysiert SZ-Journalist Heribert Prantl mit kluger Beobachtungsgabe, was junge Menschen in diesen aufregenden Zeiten prägte, begeisterte und bewegte: Von der »Bravo« bis zum Bonanzarad, von der Halbstarken-Bewegung bis zum Hausbesetzertum.
Jugend zwischen Anpassung und Aufbegehren: Fotogeschichte einer Republik im Reifeprozess
Aufgewachsen in den 50er Jahren mit der heilen TV-Welt von Lassie, Flipper und Co., erwärmten sich viele später für die Rolling Stones oder Rudi Dutschke. Zwischen biederem Alltag und radikalem Aufbruch formten sie das Gesicht einer modernen Gesellschaft der Nachkriegszeit.
Rund 250 ausgewählte historische Fotos nehmen die Leser:innen mit auf Zeitreise, u.a. von Will McBride, Barbara Klemm, Jupp Darchinger, Friedrich Seidenstücker, Christel Fomm, Abisag Tüllmann, Wolfang Haut, Dirk Reinartz, Alfred Tritschler, Brigitte Stachowski, Verena von Gagern, Hansherbert Wirtz, Marga Kingler. Anita Kloten und Oswald Kettenberger.
Der Fotoband porträtiert Jugendkulturen von Gammlern bis Punks, zeigt neue Perspektiven auf große Momente der Zeitgeschichte und erinnert an die Lieblingsspielzeuge unserer Kindheit. Eine erkenntnisreiche Studie über die Jugend in Deutschland bis zur Wende - und zugleich ein nostalgischer Blick zurück auf die eigene Biografie.
Alexander habe Achill nachgeahmt und Caesar den Alexander – doch wen haben sich die starken Männer der Gegenwart zum Vorbild genommen? Caligula, Napoleon III., Mao? »Be careful what you wish for«, so ein englisches Sprichwort: Vielleicht hätten die Heutigen vorsichtiger sein sollen, als sie sich in den postpolitischen Jahren Staats- und Regierungschefs mit mehr Charisma wünschten.
»I am the chosen one«, wusste Donald Trump 2019 über sich zu berichten. Seit Wiederamtsantritt lebt er die Madman-Theorie aus, die ein moderner Machiavelli erdacht haben könnte: Wer als unkalkulierbar gilt, macht die besten Deals. Auf der anderen Seite der Erdkugel sammelt der »Überragende Führer« Xi Zar Putin und Narendra Modi um sich, der einem Vorbild die höchste Statue der Welt errichten ließ.
Ein Fürst, der sich behaupten wolle, statuierte Machiavelli, müsse lernen, nicht gut zu sein. Diese Lektion haben die neuen Autokraten gelernt. Peter Sloterdijk schwingt sich nicht zu ihrem Berater auf, sondern erweist sich als so kühler wie hellsichtiger Analytiker des neuen Typs Fürst. In ihm reaktualisiert sich für Sloterdijk die Frage, ob die moderne Welt über die im Königtum gefundene Lösung für die Verkörperung der Macht in Einzelpersonen hinausgekommen sei.
Bei der Energiewende stehen wir vor einem Dilemma: Der Umstieg auf Windkraft und Solar ist dringend notwendig, ein »grüner Kapitalismus« soll den Klimawandel zumindest abmildern. Gleichzeitig erfordert diese Wende Rohstoffe, um die ein brutaler Wettbewerb entbrannt ist und deren Förderung oft gravierende Folgen hat. Das gilt für Coltan oder Seltene Erden, ein weiteres Beispiel ist Lithium, elementarer Bestandteil der Batterien von Elektroautos. Gewonnen wird das »weiße Gold« etwa in der Atacama-Wüste. Fragile Ökosysteme leiden, die Bevölkerung protestiert. Zuletzt in Serbien, wo Vorräte erschlossen werden sollen.
Thea Riofrancos befasst sich seit Jahren mit den Nebenwirkungen des »Extraktivismus«, einer Wirtschaftsweise, die auf die Ausbeutung von Ressourcen setzt. In ihrem neuen, informativen und anschaulich erzählten Buch zeigt sie anhand von Lithium, was das bedeutet. Sie bereist die Frontlinien des grünen Kapitalismus, spricht mit Aktivisten, Unternehmensvertreterinnen. Ihre Botschaft: Allein mit dem Umstieg auf erneuerbare Energien ist es nicht getan. Aufgrund ihres Ressourcenverbrauchs sind etwa auch E-Autos nicht die Lösung. Notwendig sind hier auch intelligentere Konzepte und eine Reduktion des motorisierten Individualverkehrs.
Die weitgehend friedliche oder zumindest übersichtliche Weltordnung der langen 1990er Jahre ist Vergangenheit: Weder internationale Organisationen noch die vormalige alleinige Supermacht USA können heute militärische Konflikte wie in der Ukraine eindämmen. Der Westen wirkt gespalten. Neue Mächte betreten die Bühne, Handelskriege stellen exportorientierte Staaten wie die Bundesrepublik vor Probleme.
Volker Perthes, ehemaliger UN-Diplomat und langjähriger Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik, bietet mit seinem Essay Einordnung und Überblick. Wir leben in einer von Multipolarisierung geprägten Zeit. Nach dem Kalten Krieg und der Pax Americana dominieren heute fünf starke Pole die Weltpolitik, neben den USA und China auch die EU, Russland und Indien. Regionale Mittelmächte, das zeigt Perthes an den Beispielen Naher Osten und Südostasien, können diese großen Akteure gegeneinander ausspielen und ihre eigene nahe Umwelt durchaus gestalten. In dieser Lage muss die EU ihre Handlungsfähigkeit stärken, wenn sie nicht zwischen anderen Polen polarisiert werden will.
Als Donald Trump zum ersten Mal Präsident wurde, ging ein Richard Rorty zugeschriebenes Zitat viral: Wenn die »kulturelle Linke«, so Rorty 1998, materielle Fragen weiterhin ignoriere, werde es einen Bruch geben – »something will crack«. »Ärmere Wähler« würden einen starken Mann an die Macht bringen, es drohe eine Rückkehr des Sadismus. So hellsichtig diese Prognose war, hat derFokus auf die »woken« Linken und die »Verlierer« in Debatten über Trump & Co. doch einen blinden Fleck erzeugt. Geht man davon aus, dass Politiker wie Trump,Tino Chrupalla oder der tschechische Ministerpräsident Andrej Babiš sich auch selbst wählen, kommt schließlich eine andere »Klassenfraktion« in den Blick: konservative Männer, die ihr eigenes Unternehmen leiten. Aus diesem Milieu stammen nicht nur Vorläufer wie Silvio Berlusconi und Christoph Blocher, sondern auch Unterstützer wie etwa Elon Musk oder Peter Thiel. Genau diese Gruppe der kleinen und großen politischen Unternehmer nehmen die Beiträge in diesem Band unter die Lupe. Verfolgt wird dabei testweise die These, dass der Rechtspopulismus nicht in erster Linie eine spontane Revolte »ärmerer Wähler« darstellt, sondern ein gezielt vorangetriebenes Projekt.
Dreihundert deutsche Männer, schrieb Walther Rathenau zu Beginn des 20. Jahrhunderts, bestimmten die wirtschaftlichen Geschicke des Kontinents. Er meinte das enge Geflecht aus Bankiers, Industriekapitänen und Lobbyisten, das sich mit dem Aufstieg von Firmen wie der Allianz, Krupp oder Siemens herausgebildet hatte. Man kannte einander, man sprach miteinander – und man sprach sich ab. Bis in die 1990er Jahre prägte dieses Netzwerk namens »Deutschland AG« die Politik und die Unternehmenskultur in der Bundesrepublik.
Konstantin Richter montiert die Geschichten dieser Macher und Magnaten zu einer temporeichen szenischen Erzählung. In meisterhaft arrangierten Episoden lässt er ihre Welt zu unserer werden: Er begleitet Nicolaus Otto und Gottlieb Daimler bei der Gemüseernte, wo die beiden genauso erbittert konkurrieren wie bei der Entwicklung neuer Motoren. Richter sitzt mit am Tisch, wenn die Gebrüder Mannesmann in Marokko irrwitzige Intrigen spinnen, und er pendelt mit Thomas Middelhoff von Bielefeld nach Essen, wenn dieser sich mit seinem Hubschrauber auf den Weg ins Büro macht.
So entsteht ein einzigartiges Epos, das rund 150 Jahre umspannt: von der Start-up-Nation Kaiserreich bis in die krisengebeutelte Gegenwart, vom Aufstieg der Deutschland AG bis zum ihrem Niedergang.
Satire ist zur einflussreichsten Kunst unserer Zeit geworden. Ausverkaufte Hallen, Netflix produziert Comedy-Specials wie am Fließband – die Branche boomt. Die vermeintlichen Hofnarren werden zu gar nicht mehr so heimlichen Co-Herrschern. Komiker gehen in die Politik oder prägen wie Jan Böhmermann oder Jon Stewart die öffentlichen Debatten. Gleichzeitig wechselt ein Teil der Szene das politische Vorzeichen. Während man Kabarett früher fast ausschließlich mit linksliberaler Machtkritik verband, gibt es nun Starsatiriker wie Dieter Nuhr oder Lisa Eckhart, die vielen als rechts gelten. Populisten wie Donald Trump oder der argentinische Präsident Javier Milei wiederum peitschen mit grotesken Übertreibungen ihre Anhänger auf. War der Tabubruch nicht einmal das Markenzeichen linker Kunst? Bringen liberalere Zeiten automatisch regressivere Formen der Provokation hervor?
Im Mikrokosmos von Satire, Kabarett und Comedy spiegeln sich zentrale Phänomene unserer Zeit. Jens-Christian Rabe tritt an, um die damit verbundenen Rätsel zu entwirren und zu zeigen, warum der Aufstieg der Comedy mehr über Glanz und Elend unserer Gegenwart erzählt, als wir ahnen – und als uns lieb sein dürfte.
Eine Reportage zum wichtigsten Gerichtsprozess unserer Zeit
Die monströsen Verbrechen an Gisèle Pelicot, die von ihrem Mann über Jahre betäubt und von ihm und fast 70 anderen Männern vergewaltigt wurde, haben die Welt erschüttert. Das sich anschließende Gerichtsverfahren avancierte zu einem der aufsehenerregendsten Prozesse der letzten Jahrzehnte, nicht nur wegen der Schwere der Schuld, sondern weil weithin klar wurde, dass das dort Verhandelte Millionen von Frauen betrifft.
Manon Garcia, eine der wichtigsten Feministinnen der neuen Generation, reiste zum Prozess nach Avignon, um diesen akribisch zu dokumentieren. Sie verbindet ihre präzisen Beobachtungen über den Verlauf des Verfahrens, die Angeklagten und deren Reaktion auf die Vorwürfe mit Überlegungen zur Rolle der Frau in der patriarchalen Gesellschaft. Und sie verknüpft sie mit eigenen Erfahrungen der alltäglichen Gefahr, Opfer zu werden. Angesichts der Abgründe männlicher Gewalt gelangt sie zu der existenziellen Frage: Wie noch mit Männern leben?
Ein faszinierender Blick hinter die Kulissen der neuen Weltordnung und eine spannende Analyse, die erklärt, warum die Kriegsgefahr so hoch ist – und was wir in Europa tun können, um Frieden zu sichern.
Wie entstehen Kriege? Und wie Frieden? Ulrike Herrmann untersucht in diesem Buch große internationale Konflikte und analysiert, dass die Gründe nicht nur historisch, psychologisch oder politisch sind. Sondern dass oft ökonomische Faktoren ausschlaggebend sind. Sie zeigt am Beispiel Russlands, wie die wirtschaftliche Entwicklung des Landes permanente Kriege auch in Zukunft wahrscheinlich macht. Und sie beschreibt Chinas Aufstieg zur Supermacht und erklärt, wie Präsident Xi sein Land in eine ökonomische Sackgasse manövriert hat, die er mit seinen Aggressionen gegen Taiwan zu kaschieren versucht.
In ihrem augenöffnenden und brisanten Buch zeigt Ulrike Herrmann, wel
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