Die Pfropfung ist eine seit der Antike gängige Technik des Land- und Gartenbaus: Verschiedenartige Pflanzen werden miteinander verbunden, um Qualität und Ertrag zu steigern. Zugleich bündeln sich im Konzept der Pfropfung zentrale Fragen der Kulturtheorie wie das Verhältnis von Natur und Kultur, Mensch und Umwelt, Mensch und Maschine. Darüber hinaus hat die Pfropfung aber auch in vielen anderen Disziplinen als Metapher Karriere gemacht.
Der Kulturwissenschaftler Uwe Wirth führt die aktuellen kultur- und medienwissenschaftlichen Diskussionen zusammen und zeigt, dass das »Prinzip Pfropfung« in Theorie und Praxis allgegenwärtig ist.
International ist Mariana Enriquez ein Star. Mutig, dunkel, politisch: Ihr Genre ist der literarische Horror. In diesem bereits hymnisch gefeierten Erzählband schreibt sie über die Frauen von Buenos Aires. Ein Gesicht verwest bei lebendigem Leibe. Tote verfolgen ihre Nachbar*innen. Frauen werden zu Vögeln. Es geht um den Horror des Alltags, die Gewalt, der Frauen und queere Menschen tagtäglich ausgesetzt sind. Und um die Kraft der Vorstellung, die sich widersetzen kann. Und sei es durch Erkundung der Finsternis.