Ein Klassiker der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung
Max Reddick, Autor und Journalist, hat sein Leben dem Kampf gegen Amerikas Segregation gewidmet. Unheilbar krank kehrt er nach Europa zurück, um eine alte Schuld zu begleichen und an der Beerdigung seines Freundes Harry teilzunehmen. Doch in Amsterdam findet er in dessen Nachlass brisante Dokumente über den »King Alfred«-Plan, der im Falle von Rassenunruhen Minderheiten beseitigen soll. Als er erfährt, dass Harry ermordet wurde, setzt Max alles daran, die Papiere in sichere Hände zu bringen.
In einem vielschichtigen literarischen Porträt schildert John A. Williams eindrucksvoll die Bedrohung von Minderheiten in einer Mehrheitsgesellschaft und wirft eine eindringliche Perspektive auf die Spannungen der 1960er und darüber hinaus.
»Sechzig Jahre nach seiner Erstveröffentlichung nimmt uns dieser schockierende Roman mit auf eine überraschende Reise durch die Welt der Schwarzen, die zwar historisch ist, sich aber völlig lebendig, energiegeladen und aktuell anfühlt.«
Bernardine Evaristo
Gut kannte sie ihren Vater nicht, die Familie ging früh auseinander. Trotzdem, sein unerwarteter Tod ist ein Schlag für Martina, Mitte dreißig, die arbeitslos durch ein unstetes Berliner Leben trudelt. Also geht sie erst mal so in die Situation, wie es ihr am liebsten ist: sich in langen Nächten mit vielen Gläsern den Ernst des Lebens ein bisschen schöner zu machen – oder sich ihm gerade damit zu stellen? In der Eckkneipe begegnet sie Helden der Nacht, Philosophen, sucht eine stärkende Familie, ein Zuhause. Anderen geht es ja nicht besser, weder dem Jungwitwer Eckhard aus der Kneipe noch den übrigen Weltweisen, die im Spiel des Lebens verloren haben, aber doch auch gewonnen, weil sie trotzdem weitermachen. Wie konnte das alles eigentlich so weit kommen, fragt sich Martina. Mit dem Vater, der verkorksten Familie? Mit ihr selbst? Und wagt sich dabei immer weiter, in eine Zone voll
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Eine große literarische Wiederentdeckung
Die kalten Nächte der Kindheit erzählt vom Heranwachsen einer Frau, von ihrem Begehren, ihren Träumen, ihrer Widerständigkeit. Und wirkt darin heute so aktuell wie damals.
»1949. In einer Provinzstadt in Anatolien mit 4000 Einwohnern lerne ich die Welt sehen. Bin 6 Jahre alt. … Ich empfinde die maßlose Größe der Welt und weiß, dass ich fort und weit weg gehen werde.« So schreibt Tezer Özlü 1981 an den Deutschen Akademischen Austauschdienst über das prägende Gefühl ihrer Kindheit.
Erwachsen geworden, wird sie nach Berlin, Paris und Zürich reisen, fort und weit weg von der Türkei und den »Menschen in Uniform«, dem lauernden Wahnsinn. Sie tauscht die heimischen Obstgärten und Klassenzimmer der Nonnenschule ein gegen die Straßen und Cafés europäischer Hauptstädte – und gegen das Schreiben. Um eine Welt zu erfinden, die ihr entspricht. Indes wird sie über Jahre in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen. Doch selbst das kann ihren Willen nicht brechen.
You asked, we listened
Die Großmeisterin der Short Story ist zurück: siebzehn neue Erzählungen von einer unnachahmlichen Stimme der Gegenwartsliteratur. Viele davon haben längst Kult-status – sie handeln von seltsamen Kindern, Betrunkenen und Außenseitern, den in der Welt Querstehenden; von Einsamkeit, unerfüllten Sehnsüchten, dem Tod und den Tieren, denn sie sind »Gott näher als wir, doch für ihn sind sie verloren«. Die Hoffnung liegt in Trümmern, und doch flackert auf diesen Seiten immer wieder Komik auf, ein Gelächter im Dunkel, die »spezifisch amerikanische Prägung von Witz, die aus Schmerz hervorgeht« (George Saunders).
Hier ist eine Schriftstellerin, die tief ins »verwirrte und arglose Herz der Dinge« blickt. Und aus der Wildnis ihrer Prosa entkommt nichts und niemand unversehrt.
Im April 2022 erleidet Julia Decks Mutter Ann einen Schlaganfall. Den Ärzten zufolge sind ihre Überlebenschancen verschwindend gering. Doch die Patientin trotzt der Diagnose. Für Mutter und Tochter beginnt ein langer Weg durch das Labyrinth der Pflegeeinrichtungen, der sie mit einem System konfrontiert, das nicht mehr funktioniert. Gleichzeitig geht Julia Deck den blinden Flecken in der Erzählung der eigenen Familiengeschichte nach und begibt sich auf eine Spurensuche. Ihre Mutter wird in einer Arbeiterfamilie groß, in der Bücher keinen Platz haben, doch gerade die Begeisterung für Literatur und ihre Wissbegierde bieten der jungen Ann die Möglichkeit zum sozialen Aufstieg. Klar, lakonisch und liebevoll zugleich zeichnet Julia Deck das Bild einer Frau, die nach Selbstbestimmung strebt, und erzählt einfühlsam von der so komplexen wie absoluten Liebe zwischen Mutter und Tochter.
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