Stell dir vor, auf dem Weg ins Jenseits gäbe es eine riesige Bibliothek, gefüllt mit all den Leben, die du hättest führen können. Alles, was du jemals bereut hast, könntest du ungeschehen machen. Genau dort findet sich Nora Seed wieder, nachdem sie aus lauter Verzweiflung beschlossen hat, sich das Leben zu nehmen. An diesem Ort zwischen Raum und Zeit, an dem die Uhrzeiger immer auf Mitternacht stehen, hat sie plötzlich die Möglichkeit, all das zu ändern, was sie aus der Bahn geworfen hat. Aber kann man in einem anderen Leben glücklich werden, wenn man weiß, dass es nicht das eigene ist?
Transkription ist ein smarter, witziger und wendiger Roman über uns und die Geräte, die unsere Gefühle, Erfahrungen und Beziehungen formatieren – und immer tiefer in das eingreifen, was wir für uns selbst halten.
Er reist an die US-amerikanische Ostküste, um das letzte Interview mit seinem neunzigjährigen Mentor Thomas zu führen, diesem überlebensgroßen Urgestein der Kunstszene, Vater seines besten College-Freundes. Vor dem Termin fällt ihm allerdings im Hotel das Smartphone ins Klo, und er kommt ohne Aufnahmegerät zum Interview. Was er aus Gründen, die ihm selbst nicht klar sind, nicht zugeben kann oder will.
Daraus entwickelt sich eine turbulente Geschichte mit bizarren Folgen, das emotionale Drama – nicht nur – dreier Männer, die mit der Frage kämpfen, was es heißt, in dieser unseren wackeligen Wirklichkeit (was ist das eigentlich, Wirklichkeit?), ein guter Freund, ein guter Vater und überhaupt ein guter Mensch zu sein.
Georg-Büchner-Preis 2025
»Frau Ministerin, ich gratuliere Ihnen zu Ihrem Sohn.«
Ein radikal gegenwärtiger Roman über die abgründigen Beziehungen zwischen Söhnen und ihren Müttern. Mit einer Sprachkraft, die Staunen macht, erzählt die preisgekrönte Schriftstellerin Ursula Krechel von symbiotischer Mutterschaft, von existenziell gefährdeten Frauen und von politischer Gewalt.
Mit seiner Mutter sprechen zu müssen, ist für den Sohn von Eva Patarak ein Staatsverbrechen. Für Eva hingegen ist es ein Verbrechen, dass ihr Sohn und sie offenbar ausspioniert werden. Welches Ziel verfolgt die Lateinlehrerin Silke Aschauer mit ihrer Observation? Will sie etwa einen Roman schreiben? Bieten die grausamen Familienverhältnisse der Antike, die sie für den Unterricht aufbereitet, nicht ausreichend Stoff für Faszination? Fest steht nur: Silke hält längst nicht alle Fäden in der Hand, denn ihr eigener Körper hat einen blutigen Aufstand gegen sie angezettelt, der sie in die Rolle der Patientin zwingt. In ihrer Ohnmacht wenden sich beide Frauen an die Justizministerin – ohne zu ahnen, in welche Gefahr sie die Staatsvertreterin damit bringen. Ursula Krechel schreibt in ihrem hoch politischen und stilistisch herausragenden Roman eine Kulturgeschichte aller Frauen – von einer römischen Kaisermutter zu einer Studienrätin, von einer Verkäuferin in einem kleinen Kräuterimperium zu einer Ministerin. Es ist die Geschichte ihres Widerstands gegen die Gewalt, die ihnen physisch und psychisch zugemutet wird.
»Niemand erzählt so formbewusst wie Ursula Krechel.« Andreas Platthaus, FAZ
»Mit ihr zeichnet die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung eine Autorin aus, die in ihren Gedichten, Theaterstücken, Hörspielen, Romanen und Essays den Verheerungen der deutschen Geschichte und Verhärtungen der Gegenwart die Kraft ihrer Literatur entgegensetzt. […] Das Thema der Selbstbehauptung, Wiederentdeckung und Fortentwicklung weiblicher Autorschaft zieht sich als roter Faden durch ihr gesamtes Schaffen.« Jury des Georg-Büchner-Preises
Eine junge Frau, wir nennen sie A., zieht in den 1990er Jahren aus der niedersächsischen Provinz nach Zürich, um als Investmentbankerin Karriere zu machen. Dort lernt sie die Welt der Bad Banks kennen, in der weder Grenzen noch Gesetze zu gelten scheinen. Als ihre Karriere jedoch stagniert, erkennt sie, wie viel Freiraum es ihr gewährt, eine Frau zu sein, die übersehen wird: Abseits der Legalität investiert sie bald Millionen. Vor Gericht schließlich schweigt sie. Ihre Geschichte erzählen andere.
Mit »Die Spielerin« erschafft Isabelle Lehn eine ambivalente Heldin, die ihre Unscheinbarkeit zu nutzen weiß. Ein smarter und geschmeidiger Roman einer unbestechlichen Autorin – und ein aufregendes Spiel mit unseren eigenen Erwartungen. Inspiriert von einer wahren Geschichte.
New York, im Jahr 2000: Elizabeth Gilbert lernt Rayya kennen, mit ihr findet sie, wonach sie sich immer gesehnt hat. Erst sind die beiden Freundinnen, dann Seelenverwandte, schließlich werden sie, nachdem Elizabeth für Rayya ihren Mann verlässt, ein Paar. Sie leben ihre Liebe und erfahren, was es bedeutet, wirklich erfüllt zu sein. Aber sie sind auch zwei Süchtige auf Kollisionskurs in Richtung Katastrophe – und müssen nach einer verheerenden Diagnose für Rayya gemeinsam den schweren Weg des Abschieds gehen.
»All the Way to the River« ist eine existenzielle Offenbarung, eine bahnbrechende Erzählung von Liebe, Sucht, unermesslichem Verlust – sowie von der unbedingten Sehnsucht nach Befreiung und dem, was wir im Leben zu finden vermögen.
Mit Wärme, Wucht und Witz erzählt Paula Fürstenberg in »Weltalltage« von einer besonderen Freundschaft und deren Zerreißprobe. Vom Körper und wie wir mit ihm umgehen, von der Kraft der Worte und davon, wo Empathie beginnt – und wo sie enden muss.
Sie sind beste Freunde, teilen sich eine Wohnung. Max ist Architekt, sie Schriftstellerin und seit ihrer Kindheit chronisch krank. Er ist der Gesunde, sie die Kranke. So war es immer. Doch dann wächst eine Finsternis in Max. Er bricht den Kontakt ab.
Was der Schriftstellerin gegen den Freundschaftskummer hilft, ist das Schreiben, das versuchsweise Ordnen der Vergangenheit in Listenform. Also erzählt sie ihre Geschichte, und die von Max, von der Nachwendekindheit im Osten bis in die Gegenwart. Sie denkt über die gesellschaftlichen Verhältnisse nach, über das Kranksein – und die S
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Béla erhält einen überraschenden Anruf: Das Haus an der Zederstraße steht zum Verkauf. Dreißig Jahre ist es her, dass er dort mit Simone, Serdar und Kim in einer WG gewohnt hat. Seither sind sie alle in unterschiedliche Richtungen gegangen. Ist es eine gute Idee, jetzt zu viert das Haus ihrer Aufbruchsjahre zu kaufen? So gesetzt wollte Béla eigentlich gar nie werden. Wenn er nicht in den Spiegel schaut, hält er sich immer noch für jung. Aber wirklich jung ist nur seine Freundin Kaja, die gerade festgestellt hat, dass sie schwanger ist.
Ein hoch amüsanter Roman über die Frage, wie sehr man sich selbst treu bleiben kann und will.
Ein wunderbares Buch über eine Mutter-Tochter-Beziehung in einer nicht enden wollenden Ausnahmesituation, mal zärtlich und poetisch, mal wütend, humorvoll und sehr direkt erzählt mit einer überraschenden Wendung, die das Ende eines Lebens und unseren Umgang damit in ein völlig neues und unbekanntes Licht rückt.
Georg stirbt, und das schon viel zu lange. Während Ruth ihren Mann selbstvergessen zu Hause pflegt und sich darüber von ihrer fünfzehnjährigen Tochter Lea entfremdet, möchte die endlich Normalität und ungebremst ein jugendliches Leben führen. Ruth und Lea brauchen sich, driften aber immer weiter voneinander weg. Und dann passiert etwas mit Georg, mit dem keiner gerechnet hat.
»Das Moos tröstet, der Vater wiehert, das Sterben ist nicht Abschied, sondern Verwandlung, und wer pflegt denn bitte einen fremden Mann mit langen pinken Fingernägeln
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Marcin wächst auf in prekären Verhältnissen: Seine Mutter floh in den 1980ern aus Polen nach Deutschland, um ihn, ihr zweites Kind, hier großzuziehen. Sie arbeitet hart als Altenpflegerin, sie trinkt zu viel, und irgendwann sieht sie in ihrem Sohn nur noch den Antagonisten. Währenddessen versucht Marcin, mit Videospielen, Nu Metal und Gedichten herauszufinden, wer er ist und hier in Deutschland sein kann. In dieser Spannung leben die beiden mit- und gegeneinander.
Erst spät im Leben – die alternde Mutter ist schwer krank, und Marcin pflegt sie – offenbart sich die Familiengeschichte in Gänze: eine Lebenserzählung zwischen Anekdote und Abgrund. Der Krieg ist nicht vorbei. Kein Krieg ist je vorbei.
2023 fand Martin Piekar mit einem Auszug aus diesem Roman beim Bachmann-Preis in Klagenfurt begeistertes Echo; er wurde mit dem Robert-Gernhardt-Preis 202
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Mira Zehmann ist Hausärztin, Mutter, Ehefrau. Sie stammt aus einer jüdischen Familie in Odesa, vor Jahren hat sie zusammen mit ihrem Mann die Ukraine verlassen, um in Deutschland ihr eigenes Leben zu leben – für sich und ihre kleine Tochter. Doch als in ihrer alten Heimat Bomben explodieren, gerät ihre Welt aus den Fugen, und ein erbarmungsloser Zugwind weht durch ihr Leben. Die Hausarztpraxis wird zur Anlaufstelle, lang ist die Schlange der ukrainischen Patienten, die alle zu Mira wollen auf der Suche nach Trost, nach Heilung und Mitgefühl. Ob eine Affäre hilft, Miras Unmut über den unendlich langen Besuch der Schwiegermutter zu überwinden? Als Mira verfolgt, wie ihre Patienten zwischen den Welten reisen, steht für sie fest: Sie muss nach Odesa, muss ihre über neunzigjährige Oma besuchen, das Meer sehen, mit ihren Freunden tanzen gehen.
Iryna Fingerova erzähl
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Stell Dir vor, dein Leben dauert eine Woche – und heute ist Freitag
Wenn ein Mann bei einem Date gesagt bekommt, dass er älter aussieht als sein brandaktuelles Foto, dann weiß er, die Dinge in seinem Leben laufen nicht gerade toll. So wie bei Henri. Irgendwie geht es ihm okay. Aber irgendwie auch überhaupt nicht: seine Ehe ist Geschichte, die Affäre aber auch. Als sein Hausarzt dann auch noch »die Wechseljahre« bei ihm diagnostiziert, reicht es Henri langsam. Da passt es auch ganz gut, dass seine Traumfrau Emily als Coach arbeitet. Kann sie ihm helfen? Dummerweise steht Emily privat auf junge Männer. Aber so leicht gibt Henri nicht auf. Er merkt: Er will noch lange nicht aufs Abstellgleis. Und vielleicht sind die Wechseljahre ein Gleiswechsel, den er begrüßen sollte.