Eigentlich dachte Ari, der Ich-Erzähler von Maxim Billers neuem Roman, Ende der siebziger Jahre sei das Schlimmste vorbei gewesen: Nach ihrer Flucht aus der kommunistischen Tschechoslowakei, wo sein Vater als Jude und Zionist vom Geheimdienst überwacht wurde, landeten er und seine Familie in einer Hamburger Altbauwohnung im legendären Grindelviertel. Wo früher ein blühendes jüdisches Leben war, saßen bei Aris Ankunft linke Gymnasiasten und Studenten der Nach-68er-Generation in Cafés und Seminarräumen und träumten vom Ende Israels. Als er dann aber 1982, zu Beginn des goldenen Pop-Jahrzehnts, zum Studieren nach München weiterzog, schienen sich die Wolken des neualten Judenhasses verzogen zu haben. Dass der wiederkommen würde, offener, radikaler, hätte Ari nie gedacht – bis zu dem Tag im Oktober 2023, an dem Hamas-Terroristen, erfüllt von tiefreligiöser, exterminatorischer Wut, de
Ähnliche Bücher wie Schwarze Samstage
Was ist eigentlich mit den Jungs? Haben wir die in den letzten Jahren eventuell ein bisschen vergessen? Und wenn wir über sie nachgedacht oder öffentlich geredet haben, waren sie dann nicht vor allem ein Problem? Aber gleichzeitig sollen sie unsere Demokratie und unsere Art zu leben mit ihrem eigenen Leben verteidigen? Irgendwas daran ist nicht ganz fair, oder?
Wie zieht man in dieser Welt einen Jungen auf? Allein oder mit anderen, als Frau, als Feministin. Emotional und unterhaltsam schreibt Simone Buchholz über sich, ihren Sohn und all die anderen Jungs in seinem Leben, die einmal Babys waren, dann Kleinkinder, Schulkinder, Teenager und plötzlich: junge Männer.
Eine Geschichte von stinkenden Boxhandschuhen, von Verbandszeug und Verbundenheit, von Selbstvertrauen, Not- und Niederlagen. Von Pizza, Pasta, Döner. Und von Liebe.
Klartext gegen die Lüge – George Orwell über Macht, Meinung und Moral
Was ist Wahrheit – im Krieg, in der Politik, im Alltag? 1943 beendete George Orwell seine Arbeit für die BBC und wurde Feuilletonchef bei der Tribune. In den folgenden Jahren entstanden nicht nur seine Meisterwerke Animal Farm und 1984, sondern zwischen 1943 und 1949 verfasste er regelmäßig Kolumnen, in denen er mit klarem Blick und scharfem Verstand auf die drängenden Fragen seiner Zeit reagierte.
Erstmals ins Deutsche übersetzt, zeigen sie einen der bedeutendsten Intellektuellen des 20. Jahrhunderts als hellsichtigen Zeitdiagnostiker. Kompromisslos, menschlich und pointiert schreibt er über Fortschritt und Moral, Verschwörungstheorien, soziale Ungleichheit oder Faschismus. Und wie Orwell vor 80 Jahren politische Manipulation, medialen Alarmismus oder gesellschaftliche Spaltung analysierte, wirkt heute wie ein erschreckend aktueller Kommentar zur Gegenwart.
1986 lebt Roger Willemsen in London, setzt sich an den Küchentisch und beginnt ein Experiment: Er beginnt zu schreiben und lässt uns zugleich in jedem Moment daran teilhaben. Und so werden wir zu atemlosen Zeugen, wie sich zufällige Beobachtungen, Gedanken und Erinnerungen – die »Figuren der Willkür« – zu einem Buch formen, das seine Geschichte selbst erzählt. Was Schreiben wirklich bedeutet, wird hier nicht beschrieben. Es wird gelebt und erlebbar gemacht.