Niemand kann Demokratie wirksamer verteidigen – oder aber massiver schwächen – als Konservative. Auf sie kommt es an.
Ob Konrad Adenauer oder EU-Gründervater Jean Monnet: Liberal-Konservative und Christdemokraten taten sich oft als erfolgreiche Neuerer hervor. Siehe die europäische Einigung, Deutschlands Bindung an den Westen oder die soziale Marktwirtschaft. Aber schafft es der Konservatismus, sich selbst zu erneuern?
Mitte-rechts-Parteien schwanken zwischen ihrem klaren Bekenntnis zur liberalen, offenen Gesellschaft und einer Annäherung an rechtsautoritäre Kräfte. Oft erliegen sie der Versuchung, Anleihen zu machen bei diesen Populisten, die auf Radikalität anstelle von Stabilität setzen. Doch der Hauptgegner von »Maß und Mitte« steht nunmehr rechts statt links: Warum eigentlich verausgaben sich Konservative in Kulturkämpfe gegen »woke«, »grün« oder »rot«?
Maßvolle Konservative bilden die Kraft, die den Rechtsautoritären am meisten zusetzen kann. Aber auch die Kraft, die sich am ehesten von ihnen beirren lässt. Angesichts des Aufmarschs der Reaktionäre weltweit plädiert Roger de Weck für eine Selbstvergewisserung: Konservative können in Zeiten der Disruption das Versprechen auf Stabilität und ein unabhängiges Europa verkörpern – sofern sie unbeirrt in der rechten Mitte bleiben.
Das Buch über die größte Frage unserer Zeit: Krieg oder Frieden?
Stehen wir vor einem dritten Weltkrieg?
Die Weltordnung wankt: Immer mehr Großmächte ringen um Vorherrschaft – in Technologie, Handel und geopolitischen Zonen. Eindringlich warnt Odd Arne Westad vor den Gefahren eines neuen globalen Krieges von nie dagewesenem Ausmaß. Mit seiner tiefen Kenntnis der Vergangenheit schildert er die Parallelen zwischen der heutigen multipolaren Welt und der Vorkriegszeit vor 1914. Er zeigt, warum wir neue Wege in Diplomatie, Abschreckung und Kompromissfähigkeit brauchen – bevor es zu spät ist.
Die internationale Ordnung, wie wir sie kannten, gibt es nicht mehr. Der Ausbruch eines globalen Krieges scheint wahrscheinlicher denn je. Die Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie gibt wiederkehrende Muster preis. Um die Bedrohungen in dieser komplexen Welt zu verstehen, müssen wir auf die Lehren des frühen 20. Jahrhunderts blicken, das unserer Zeit auf unheimliche Weise ähnelt: Eine Zeit, in der Großmächte um regionale Dominanz rangen, Nationalismus, Populismus und Zollkriege auf dem Vormarsch waren. Scharfsinnig argumentiert Westad, dass unsere bisherigen Vorstellungen von internationaler Diplomatie nicht mehr greifen. Er plädiert für einen neuen Umgang mit Kompromissbereitschaft, nuklearer Abschreckung sowie diplomatischer Sprache und Praxis, bevor sich die alten Fehler wiederholen. Denn wer die Geschichte kennt, weiß: Der nächste Sturm kündigt sich leise an. Doch seine Wucht könnte alles übertreffen, was die Menschheit je erlebt hat.
Mit beißendem, zugleich mitfühlendem Humor legt Tuvia Tenenbom die Verwerfungen von Glauben und Politik offen.
Mitten im Kriegs- und Krisenjahr reist Tuvia Tenenbom dorthin, wo Geschichte, Religion und Politik auf engstem Raum aufeinandertreffen: ins biblische Kernland zwischen Jerusalem, Nablus und den jüdischen Siedlungen – auch bekannt als Westjordanland, Judäa und Samaria, besetzte Gebiete oder einfach »dieser Ort«. Er streift durch Siedlungen und Flüchtlingslager, trifft Rabbiner und Radikale, Aktivisten und Journalisten, Palästinenser und Politiker. Er sammelt Geschichten, die überraschen und verstören – und zeigt eine Welt, die älter ist als jeder Konflikt und komplexer als jedes Schlagwort.
Seine literarische Reportage ist voller verblüffender Begegnungen, scharfer Beobachtungen und surreal anmutender Episoden – provokant, respektlos und mit scharfem Blick für menschliche Widersprüche. Und mehr und mehr kristallisiert sich die alles entscheidende Frage heraus: Wie nennt ihr dieses Land hier? Wem also gehört dieses Land? Wer darf hier bleiben, wer soll gehen? Wer schreibt die Geschichte – und wer wird in ihr verschwinden?
Ob im Gespräch mit messianischen Juden, arabischen Dorfbewohnern oder amerikanischen Demonstranten: Tenenbom legt Mythen und Propaganda Schicht für Schicht frei – und enthüllt eine ebenso einfache wie beunruhigende Wahrheit: Nichts in diesem Land ist so, wie es scheint.
Gibt es Grenzen der Einfühlung in andere? Wozu verpflichtet uns die Erinnerung an die Geschichte? Gibt es Grenzen der Pflicht, im Namen der Menschenrechte zu sprechen? Oder darf nichts uns daran hindern, die anderen als Teil des universalen Wirs wahrzunehmen? Carolin Emcke stellte sich diese Fragen bereits vor dem 7. Oktober und Gaza. Aber seither sind sie noch dringlicher. Es geht letztlich um die existenzielle Frage: Was zählt ein Mensch? Seit über 20 Jahren reist Emcke nach Israel-Palästina. Zuletzt sprach sie dort mit Menschen aus Bee'ri oder Jenin, aus Tel Aviv oder Ramallah, um die toten Winkel der Empathie im hiesigen Diskurs auszuleuchten.
Erhöhung des Verteidigungsetats? Wiedereinführung der Wehrpflicht? Europäische atomare Abschreckung? Eine Tiefenanalyse deutscher Politik in Zeiten globaler Erschütterung.
Nach dem ersten Viertel des 21. Jahrhunderts ist es unübersehbar – die Welt durchläuft umstürzende geopolitische, technologische und wirtschaftliche Transformationen: die verschärfte Rivalität großer Weltmächte, die Revolution der künstlichen Intelligenz, der Aufstieg des globalen Südens.Was bedeutet das für das heutige Deutschland, für das Land in der Mitte Europas, immer noch die drittstärkste Industrienation weltweit, aufgrund seiner zerborstenen Geschichte aber postnational und als militärische Macht fast unsichtbar? Kann dies angesichts neuer militärischer Bedrohungen für Europa, angesichts des Rückzugs der USA als Garantiemacht und der Gefahr, technologisch und wirtschaftl
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Als Donald Trump zum ersten Mal Präsident wurde, ging ein Richard Rorty zugeschriebenes Zitat viral: Wenn die »kulturelle Linke«, so Rorty 1998, materielle Fragen weiterhin ignoriere, werde es einen Bruch geben – »something will crack«. »Ärmere Wähler« würden einen starken Mann an die Macht bringen, es drohe eine Rückkehr des Sadismus. So hellsichtig diese Prognose war, hat derFokus auf die »woken« Linken und die »Verlierer« in Debatten über Trump & Co. doch einen blinden Fleck erzeugt. Geht man davon aus, dass Politiker wie Trump,Tino Chrupalla oder der tschechische Ministerpräsident Andrej Babiš sich auch selbst wählen, kommt schließlich eine andere »Klassenfraktion« in den Blick: konservative Männer, die ihr eigenes Unternehmen leiten. Aus diesem Milieu stammen nicht nur Vorläufer wie Silvio Berlusconi und Christoph Blocher, sondern auch Unterstützer wie etwa Elon Musk oder Peter Thiel. Genau diese Gruppe der kleinen und großen politischen Unternehmer nehmen die Beiträge in diesem Band unter die Lupe. Verfolgt wird dabei testweise die These, dass der Rechtspopulismus nicht in erster Linie eine spontane Revolte »ärmerer Wähler« darstellt, sondern ein gezielt vorangetriebenes Projekt.