Eine junge Frau übernimmt das Influencer-Leben ihrer verstorbenen Schwester. Doch hinter dem Luxus der Glam Crowd tun sich bald unsagbare Abgründe auf.
Als ihre Eltern bei einem Autounfall ums Leben kommen, werden die eineiigen Zwillingsschwestern Julie und Chloe Chan als kleine Mädchen adoptiert: Während Julie in ärmlichen Verhältnissen bei ihrer geizigen Tante in einem kanadischen Provinznest aufwächst und als Supermarktkassiererin so gerade über die Runden kommt, wird Chloe von den megareichen Van Huusens in New York aufgezogen und macht eine unfassbare Karriere als Influencerin.
Doch dann stirbt Chloe unter mysteriösen Umständen, und Julie erkennt, dass sie als Chloe durchgehen kann, was ihr Zugang zu einer glitzernden Welt der Sponsoren und zu einem Lebensstil verschafft, von dem sie sich nie hätte träumen lassen. Mit der Zeit wirft Julie alle moralischen Skrupel über Bord – und wird schließlich als Chloe in einen exklusiven Club der Top-notch-Influencerinnen aufgenommen: die »Belladonnas«.
Alles scheint perfekt, ein tolles Leben und Kohle ohne Ende. Auf einer privaten Luxusinsel, auf der die »Belladonnas« jedes Jahr ein seltsames Ritual vollziehen, kommen jedoch schockierende Wahrheiten ans Licht. Und Julie muss sich entscheiden – will sie Julie bleiben oder doch eher Chloe?
Ein Big-Ideas-Book für Leser von Yuval Noah Harari, Nexus, und Walter Isaacson, Steve Jobs
Liebe ist für Thomas Brasch (1945–2001) eine Haltung, die sich jeder Festlegung verweigert. Eine Haltung, die ihre Träume fürchtend und sehnend der Wirklichkeit aussetzt und das Mögliche stets in den Horizont des Unmöglichen stellt. Braschs dichterische Leidenschaft hofft und verzweifelt, vertraut und betrügt, preist und vernichtet. Und sie belehrt: Wann, wem und wie schreibt man ein erotisches Gedicht?
In dem Band stehen Gedichte, die Brasch eigenständig und zu Lebzeiten publiziert hat, neben literarischen Hinterlassenschaften. Texte aus den frühen Jahren(»Anna, komm …«) sind ebenso vertreten wie Arbeiten aus jüngerer Zeit, etwa eine Gruppe mit Brunke-Gedichten, die in den 1990er Jahren entstanden sind.
Dieses Buch ist Teil der Reihe »75 Jahre Bibliothek Suhrkamp«: Willy Fleckhaus hatte für die Bibliothek Suhrkamp ein ikonisches Coverdesign und eine eigene visuelle Ordnung geschaffen. Mit »30 Farben für Willy Fleckhaus« (2026) greift Olaf Nicolai diese Gestaltung auf und aktualisiert die scheinbar zeitlose Gestaltungsgrammatik. Mit deren mathematisch berechneten Kombinationen bespielt er dieses Raster und verändert unseren Blick auf Fleckhaus’ Arbeit: Was ursprünglich als funktionaler Entwurf gedacht war, wird jetzt als konzeptuelle Struktur sichtbar. Nicolai erzeugt so eine neue Aufmerksamkeit für die Reihe als Form, er konserviert sie nicht, er aktiviert sie, er zeigt die Bibliothek Suhrkamp als eine höchstlebendige Struktur.
Das Lesen ist in der Krise, das Schreiben wird durch generative KI automatisiert: die Alphabetisierung ist im Wandel begriffen. Verlage, Bildungseinreichtungen, die Presse und andere Institutionen der Schriftkultur finden sich in der Defensive wieder. Die Fixierung auf Literalität übersieht dabei, dass KI den Plattformen ermöglich hat, das Verhältnis von Mündlichkeit und Schriftlichkeit mit weitreichenden kulturellen, politischen und sozialen Folgen neu zur Verhandlung zu stellen. Christoph Engemann zeigt, wie die neuartige Plattform-Oralität von Podcasts, Onlinevideo und TikTok nicht nur das Lesen verändert, sondern deren KI-gestützte Monopolisierung auch die Offenheit der Sprache infrage stellt.