In kaum einem anderen westlichen Land ist Vermögen so ungleich verteilt wie in Deutschland. Die Schere geht immer weiter auf – aufgrund steigender Mieten und Lebensmittelpreise, weil heutzutage jeder Paketzusteller prozentual mehr von seinem Lohn abgibt als ein Milliardär, aber auch, weil Steuern auf Vermögen runtergeschraubt werden und die Reichen unaufhörlich reicher werden. Diese Ungerechtigkeit ist gesellschaftliches Dynamit. Reichtum durch Arbeit? Fast unmöglich. Jeder ist seines Glückes Schmied? Nur im Märchen. Deutschland ist zu einer Gesellschaft verkommen, in der Reichtum in der Familie bleibt.
Martyna Linartas seziert in ihrer hellsichtigen und fundierten Analyse das politische Tabuthema unserer Zeit: Dass wir die Reichen nicht besteuern, gefährdet unseren Wohlstand, unsere Umwelt und unsere Demokratie. Sie schöpft aus exklusiven Interviews mit der mächtigen Wirt
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Wie sähe eine Welt aus, in der das Haben nicht über unser Leben bestimmt?
»Das ist meine Schaufel!« Schon als Kind lernen wir, dass es Besitzansprüche zu verteidigen gilt. Was mir gehört, kann ich frei nutzen. Doch diese Logik kippt, sobald es um Ressourcen geht, die wir alle zum Leben brauchen — Wohnraum, Energie oder Trinkwasser.
Die Ökonomin Betiel Berhe zeigt klug und empathisch, wie Eigentum zu extremer Machtkonzentration führt und und die Krisen unserer Zeit antreibt, von der globalen Erwärmung über soziale Ungleichheit bis zu autoritären Entwicklungen. Dem setzt sie die Idee von Gemeinschaft entgegen und macht greifbar, wie wir unser Zusammenleben neu organisieren können — jenseits von Konkurrenzdenken und Eigentumsverhältnissen, die Menschen ausschließen oder in Abhängigkeit halten.